Schloss Ludwigsburg

1715/19 Erste Erweiterungen

Blick in den Ehrenhof, Erweiterungsentwurf von Frisoni, 1715

Nach dem Tod Nettes (1714) wird der Stukkateur Donato Guiseppe Frisoni durch herzogliche Protektion Architekt. Seine Entwürfe sehen vor, die Schlossanlage durch die Verlängerung der Flügel wesentlich zu vergrößern. Zentralbauten in Nebenhöfen und Anbauten im Norden mit den wegen des Geländegefälles notwendigen Unterbauten sollen die Nord- und Südansicht prachtvoll steigern.

Grundriss der Beletage im Alten Corps de Logis

Die nach außen gerichtete Repräsentation hätte aber keine Verbesserung für die beengte Wohnsituation des Fürsten und seiner Gäste gebracht. Um den ständig steigenden Platzbedarf im immer intensiver genutzten Schloss zu befriedigen, wird der Plan Frisonis in abgeänderter Form ausgeführt. Seine Planungen zielen nun schon darauf, Ludwigsburg als Residenz zu nutzen.

Schlosskirche, Chor mit Altar

Der Bau der Schlosskapelle (1715/23) gerät ins Stocken, da man nicht in der Lage ist, den Zentralbau einzuwölben. Zur Ausführung der Wölbung und von Stuckaturen holt Frisoni seinen Neffen Paolo Retti nach Ludwigsburg. Die Kapelle ist der einzige höfische Kirchenbau des Rokoko in Württemberg und unterscheidet sich durch die auf Repräsentation ausgerichtete Ausstattung der Brüder Carlone deutlich von den sonst zurückhaltend ausgeschmückten protestantischen Kirchenbauten.

Querschnitt durch den zweiten Ordenssaal, Frisoni 1721/27

Gegenüber der Kapelle entsteht (1715/24) ein weiterer Zentralbau, geplant als Rittersaal des Jagdordens. Die neuen Kavalierbauten für die höchsten Hofbediensteten setzen dann die Achse der Seitenflügel fort. Schließlich erhält der ursprünglich flach gedeckte Fürstenbau 1719 einen Pavillonaufsatz, um in der gewachsenen Anlage weiterhin als wichtigstes Gebäude erkennbar zu sein.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook