1798/1820 Neuausstattungen des Klassizismus
Der neue Herzog, Friedrich II., lässt seine Sommerresidenz Ludwigsburg ab 1798 modernisieren. Sein Architekt Nikolaus Friedrich von Thouret verändert zunächst die Beletage im Fürsten- und des Riesenbau. In der Schlosskapelle finden wieder protestantische Gottesdienste statt, sie wird daraufhin umgestaltet. Beidseits des Neuen Corps de logis legt man die Privatgärten des Herzogspaares an.
Die Erhebung Friedrichs zum Kurfürst im Jahr 1803 soll natürlich in den wichtigsten Repräsentationsgemächern Ludwigsburgs erkennbar sein. Thouret vereinigt die barocken Repräsentationsräume und die Wohngemächer im Neuen Corps de logis und dekoriert sie unter Verwendung unterschiedlicher Vorbilder auf etwas flüchtige Weise in klassizistischem Stil.
Nach seiner Erhebung zum König 1806 lässt Friedrich I. zunächst die Stuttgarter Bauten modernisieren. In Ludwigsburg entsteht erst 1809 die neue Bibliothek, die Klinckerfuß nach einem Konzept Thourets fertigt.
Friedrich I. hatte den württembergischen Hausorden, den Hubertus-Jagdorden, nach seiner Königserhebung in den Goldenen Adlerorden umgewidmet. Die protestantische Kapelle im westlichen Zentralbau ist seit 1810 in eine Ordenskapelle umgewandelt. Wie der anschließende Ordenssaal wird sie von Thouret im Empirestil umgestaltet, die ältere Barockausstattung bleibt teilweise erhalten.
1812 verändert Thouret die Königs- und Proszeniumsloge im Theater und lässt den Raum neu fassen, die Rokokoornamentik weicht klassizistischer Dekoration. 1815/16 legt er die Deckengemälde im Gardesaal und den Treppenhäusern des Neuen Corps de logis neu an. Der Marmorsaal erhält eine illusionistische Decke mit Wolkenhimmel.