Berühmte Personen

Herzog Eberhard Ludwig

Eberhard Ludwig 1676 - 1733
Schon 1693, mit 16 Jahren wird Eberhard Ludwig regierender Herzog. Er erwirbt Ruhm als Feldherr im spanischen Erbfolgekrieg unter dem glänzenden Heerführer Prinz Eugen.

Er sieht die großen Schlossneubauten, die um 1700 in Süddeutschland entstehen nach dem Vorbild des französischen Hofes - etwa in München. Ein bescheidener Jagdschlossneubau nördlich von Stuttgart wird daher umgeplant und wächst über die Jahre zu einer neuen Residenz, ergänzt durch eine Stadt, der er seinen Namen gibt: Ludwigsburg.

Eberhard Ludwig lebt dort mit seiner Maitresse, Wilhelmine von Grävenitz. Seine Gattin residiert im Alten Schloss in Stuttgart. Eberhard Ludwig verwandelt den bescheidenen württembergischen Hof in einen der "zahlreichsten in Deutschland", wie ein Zeitgenosse schreibt.

Von großem Nutzen für das Land war Eberhard Ludwigs "Dritte Steuer-Instruktion", mit der eine gerechtere Steuergesetzgebung erreicht werden sollte. Außerdem versuchte er, die Wirtschaft des Landes zu fördern.

Wilhemine von Grävenitz

Wilhelmine von Grävenitz 1686-1744
Die "Grävenitz", wie die Maitresse des Herzogs Eberhard Ludwig heute noch genannt wird, bestimmte 20 Jahre lang die Ereignisse am württembergischen Hof. Eine der Parteien am Hof hatte sie dem jungen Herzog vorgestellt, weil man sich erhoffte, ihn über eine Maitresse leichter steuern zu können.

Berüchtigt ist die Grävenitz bis heute für ihre Machtpolitik. Ihr gelang es mit großem Geschick, den Herzog mit ihren eigenen Günstlingen und Vertrauten zu umgeben, so dass sie über zwei Jahrzehnte das Land regierte. Selbst Einwendungen des Kaiserhofes gegen die Verhältnisse umging der Herzog aus Liebe zu ihr. Die Maitresse bewohnte in Ludwigsburg das Appartement direkt unter dem des Herzogs im Alten Hauptbau, verbunden durch eine kleine Treppe. Man sagt, die Grävenitz sei nicht schön gewesen. Ein sicheres Portrait hat sich allerdings nicht erhalten.

Herzog Carl Eugen

Carl Eugen 1728 - 1793
Carl Eugens Vater Carl Alexander stirbt, als der zukünftige Herzog noch ein kleines Kind ist. Halbwüchsig wird er zur Ausbildung zusammen mit seinen beiden jüngeren Brüdern nach Preußen, an den Hof Friedrich II., des Großen, geschickt. Mit noch nicht 16 Jahren wird er für mündig erklärt und tritt die Herrschaft an.

Seine Regierung zeigt sich weder in der Innen- noch in der Außenpolitik sehr glücklich. Weder gelingen seine Versuche, aus Württemberg ein Kurfürstentum mit militärischem Gewicht zu machen, noch erreicht er im Land, die traditionell einflussreiche Mitregierung der württembergischen Stände zu entmachten. Auch seine Ehe mit der Nichte des Preußenkönigs ist ein Misserfolg; ein Thronfolger stellt sich nicht ein, die junge Herzogin verlässt den Hof nach einigen Jahren.

Höchst erfolgreich aber ist er als Bauherr und als Zentrum einer glänzenden Hofhaltung: Carl Eugen betreibt einen ungeheuren Aufwand für Hoffeste, Opern- und Theateraufführungen. Ludwigsburg war für einige Jahre der Standort eines der größten Opernhäuser Europas. Schlossneubauten lösen einander ab: das Neue Schloss in Stuttgart, Seeschloss bei Ludwigsburg, die Solitude, Grafeneck, Einsiedel, schließlich Hohenheim.

Älter geworden zieht sich der Herzog aufs Land zurück und lebt dort fast bürgerlich mit seiner Maitresse und späteren zweiten Frau Franziska auf dem Land. Der für dieses einfache Leben nötige Rahmen, das Schloss von Hohenheim mit seinen enormen Gartenanlagen, kostet allerdings die Staatskasse fast genauso viel wie die früheren glänzenden Spektakel.

Herzogin Elisabeth Friederike von Brandenburg-Bayreuth

Elisabeth Friederike von Brandenburg-Bayreuth 1732 - 1780
Carl Eugens erste Frau war die Nichte des preußischen Königs Friedrich II. des Großen. Der französische Philosoph Voltaire nannte sie das schönste Kind Europas. Elisabeth Friederike und Carl Eugen hatten sich kennengelernt, als der 13jährige Prinz auf der Reise von Stuttgart nach Berlin in Bayreuth Station machte. Die Hochzeit wurde 1748 glanzvoll gefeiert, zuerst in Bayreuth, dann in Württemberg. Für die Herzogin wird die Ordenskapelle im Ludwigsburger Schloss als evangelische Hofkirche eingerichtet.

Bald zeigte sich, dass das junge Paar nicht harmonierte. Der Herzog führte nahtlos das amoureuse Leben weiter, das er vor der Verheiratung geführt hatte und ergab sich dem oft derben Amüsement. 1756 war für Elisabeth Friederike die Situation wohl unhaltbar geworden. Überdrüssig der Intrigen, der Ehebrüche und Demütigungen durch den sprunghaften Herzog floh sie vom damals nicht besonders kultivierten und glanzvollen württembergischen Hof. Bis zu ihrem Tod lebte sie von Carl Eugen getrennt wieder in der elterlichen Markgrafschaft, in Neustadt an der Aisch und auch im Bayreuther Schloss.

König Friedrich

Friedrich 1754 - 1816
1797-1803 Herzog

1803 - 1806 Kurfürst, ab 1806 König
Der Neffe des Herzogs Carl Eugen hat sich vor allem wegen seiner Leibesfülle als der "dicke Friedrich" im Gedächtnis der Württemberger erhalten.

Während seiner Regierung wurde Württemberg bedeutend vergrößert und zuerst 1803 zum Kurfürstentum, 1806 zum Königreich erhoben. Der Preis für die Erhöhung war die Annäherung des Landes an Frankreich und Napoleon.

Friedrich gelang es, dem Land eine straffe, zentrale Struktur zu geben. Für die neuen repräsentativen Aufgaben des Königreiches Württemberg ließ er die vorhandenen Schlösser neu ausstatten im klassizistischen Stil nach französischem Vorbild. Die Ausstattung seiner Zeit findet sich noch in weiten Teilen des Ludwigsburger Schlosses, etwa im Neuen Hauptbau oder auch im Schlosstheater.

Königin Charlotte Mathilde

Charlotte Mathilde 1766 -1828
Prinzessin von Großbritannien, Königin von Württemberg
Charlotte Mathilde war die Tochter des englischen Königs. Sie überlebte ihren Mann Friedrich um 12 Jahre, in denen sie den östlichen Flügel des Ludwigsburger Neuen Hauptbaus zu ihrem Witwensitz ausbauen ließ. Ihre Einrichtung mit zahlreichen Stickereien und Porzellanmalereien ist dort heute noch zu sehen.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook