Modemuseum

Damenmode aus der Zeit des Biedermeier

Gesellschaftskleid


Ein in der Mode weit verbreitetes Gestaltungsprinzip ist die Wiederaufnahme, Abwandlung und Kombination historischer Kleidungsformen. Heute als »Retro-Look« bezeichnet, gab es derartige Rückgriffe schon früher, wobei im Laufe der Zeit unterschiedliche Epochenstile favorisiert wurden. Um 1830 berichten Modejournale über die Beliebtheit von Kleidern im »gotischen Stil«.
Als ein Vertreter dieses Typs präsentiert sich das Gesellschaftskleid aus farblich abgestuftem Seidenrips mit den mittelalterlich inspirierten Zackenkanten und Stickereien am Rock. Neugotische Ornamentvorstellungen bestimmen auch das spitzenartige Durchbruchmuster des etwa zeitgleich entstandenen kleinen Briséfächers aus Horn. Er empfiehlt sich als das einer solchen Robe angemessene Accessoire.

Briséfächer: Frankreich, 1. Drittel des 19. Jahrhunderts.

Briséfächer

In beiden Fällen sind die historisierenden Bezugnahmen nach dem damals gültigen Zeitgeschmack des Biedermeier interpretiert. Sie fügen sich ein in das Gesamtbild eines eigenständigen, zeitgemäßen Modestils. Eben diesen Biedermeier-Stil repräsentieren die beiden hier gezeigten Stücke.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook