Schlossmuseum - Exponate

Der Herzog und „Mélac“

Der Herzog und Mélac

Vor bewegtem Nachthimmel lehnt Herzog Eberhard Ludwig (1676-1733) an einem Baum. Sein Blick weist in die Ferne. Ihm zu Füßen liegt seine Hündin Mélac, angeblich eine gezähmte Wölfin. Ihre gefährlich leuchtenden Augen fixieren den Betrachter. Ein Halsband zeigt ihren Namen. Sie erhielt ihn nach dem französischen General Graf von Mélac, der während des pfälzischen Erbfolgekriegs (1688-1697) auch in Württemberg schwer gebrandschatzt hatte.

Leuchtende Farben heben den Herzog gegen die dunkle Umgebung ab. Über einem golden ornamentierten Kürass (Brustpanzer) trägt er einen roten Rock mit reichen Goldstickereien. Unter der golddurchwirkten Schärpe springen die Schöße der Weste aus goldverbrämtem Stoff auf. Das Rot der Hose nimmt die Farbe des Rocks auf.

Deutlich sichtbar trägt der Herzog seine von protestantischen Königshäusern verliehenen Orden: am blauen Brustband das Kleinod des dänischen Elefantenordens, am orangefarbenen Schulterband das blau emaillierte Kreuz des preußischen Schwarzen Adlerordens.

Die im Kürass anklingende militärische Note wird durch den Kommandostab und den Prunkhelm am rechten Bildrand weitergeführt. Das nächtliche Feldlager im Hintergrund charakterisiert Eberhard Ludwig weniger als Kriegshelden – hier wäre ein Schlachtengetümmel zu erwarten –, sondern als Herr über ein stehendes Heer. Er hatte es 1724 gegen die Landstände durchsetzen können. Zu dieser Zeit könnte das Gemälde entstanden sein.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook