„An dem hohen Geburtstag waren bey Hof folgende Festlichkeiten veranstaltet“ – Barocke Feste in Schloss Ludwigsburg
Prunkvolle Feste gehörten zu den wichtigsten Ereignissen eines barocken Hofes: Hier traten die Monarchen mit Prunk und Pomp auf und zeigten ihre Macht. Als Vorbild diente der französische König Ludwig XIV. und seine Hofhaltung in Versailles. Wie der „Sonnenkönig“ errichtete man Residenzen und weitläufige Parkanlagen. Sie wurden zu Schauplätzen jenes „großen Welttheaters“, das so typisch war für das barocke Leben. Und diese Feste waren große „Gesamtkunstwerke“: Alle Künste – Architektur und Gartenbaukunst, Musik, Tanz und Theater – wirkten zusammen. Es gab aber auch kulinarische Freuden, Jagd-, oder Bootspartien, Feuerwerk und Maskeraden - der Fantasie der Herrscher und ihrer Zeremonienmeister waren keine Grenzen gesetzt.
Schloss Ludwigsburg mit der Favorite war die ideale Kulisse für rauschende Feste. Herzog Eberhard Ludwig veranstaltete jährlich am Hubertustag (3. November) mehrtägige Ordensfeste mit Jagd und Musik, mit Banketten und abendlichen Bällen. Herzog Carl Eugen faszinierte seine Zeitgenossen durch prächtige Hoffeste in Ludwigsburg. Seine Hochzeit mit Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth im Jahre 1748 ging in die Geschichte Württembergs ein. Anlässlich der sich über mehrere Wochen erstreckenden Feierlichkeiten wurde unter anderem ein großes Feuerwerk vor der Kulisse des illuminierten Schlosses Favorite abgefeuert. Der erhaltene Stich dokumentiert das bedeutende Ereignis. Zugleich wurde er dazu genutzt, andere Höfe von den großartigen Festlichkeiten in Kenntnis zu setzen. Bis ins kleinste Detail reichte die künstlerische Komposition der Festivitäten. Der Nachtisch bei einem der Hochzeitsbankette war als „Staatsmonument en miniature“ gestaltet: Er veranschaulichte durch allegorische Darstellungen in Zucker die politische Bedeutung, die man der Ehe zumaß.
Herzog Friedrich II., der sich vom überschwänglichen Prunk seines Vorgängers Carl Eugen durch eine eher beschauliche Hofhaltung unterschied, nutzte Schloss Ludwigsburg und die umliegenden Lustschlösser unter anderem für die Feierlichkeiten anlässlich seiner Ernennung zum Kurfürsten 1803 und zum ersten König Württembergs 1806.
Mit dem „Barocken Fest“ im Mai 2004 wurde die alte Tradition zu neuem Leben erweckt. Und der Anlass dazu war würdig genug – 300 Jahre Schloss Ludwigsburg. Das Fest erstreckte sich über drei Tage und verzauberte die Gäste mit Musik, Fest- und Kostümumzügen, mit abendlichen Illuminationen der Schlossfassade, mit Feuerwerk und mit Theater.