Hofleben

„Auf dem Land und in Lust=Häusern“
Wo Herzog Carl Eugen die Sommermonate verbrachte...

Schloss Solitude

„Es ist wohl nicht leicht ein Regent in Teutschland, welcher nicht ... ein oder etliche Lust= Jagd= und Land=Schlösser hätte“ – so auch Herzog Carl Eugen. Er verfügte neben seinen Residenzen in Ludwigsburg und in Stuttgart über viele Landhäuser und Lustschlösser. Sie dienten ihm besonders in den Sommer- und Herbstmonaten zum Aufenthalt fern ab von Regierungspflichten und Hofzeremoniell. Carl Eugen schätzte das Leben auf dem Land und dessen weniger strenges Zeremoniell. Er kehrte daher nur ungern und wenn, stets nur für kurze Zeit, zur Erledigung dringender Staatsgeschäfte in die Residenzstädte zurück.

Schloss Kirchheim

Trotz der angeblichen Zurückgezogenheit auf dem Lande wurden die Lust- und Jagdschlösser Carl Eugens zu Schauplätzen seines prächtigen und aufwändigen Hoflebens. Denn auch in der „Freizeit“ war der Monarch letztlich nie privat. Sein Aufenthalt an einem Ort demonstrierte den Untertanen immer auch die Größe der Staatsmacht. Dementsprechend mussten die Aufenthalte gestaltet sein, gleich ob es sich um eine Picknickpartie, eine Jagdgesellschaft oder einen schlichten Erholungsaufenthalt handelte.

Schloss Urach

Die Landhäuser und Lustschlösser gaben diesen Ereignissen den angemessenen Rahmen. Bereits vorhandene Landsitze wurden umgestaltet und modernisiert, etwa die Jagdschlösser auf dem Einsiedel bei Tübingen und in Grafeneck bei Münsingen. In Einsiedel plante Carl Eugen 1776 unweit des alten Jagdschlosses aus dem 15. Jahrhundert eine neue Schlossanlage als Ausgangspunkt eines fächerförmigen Wegesystems mit Koppeln. Schloss Grafeneck erhielt zwischen 1760 und 1764 mehrere An- und Neubauten, unter anderem ein Komödienhaus. Weitere Modernisierungen erfuhren die Schlösser in Kirchheim, in Urach und ab 1771 in Hohenheim.

König Friedrich I. vor Schloss Monrepos

Einige Lustschlösser ließ Carl Eugen neu errichten. Das zeitlich früheste ist das Eglosheimer Seehaus Schloss Monrepos bei Ludwigsburg. Der Bau wurde 1758-1764 als Jagdhaus am Eglosheimer See errichtet. Ein anderes Bauprojekt beschäftigte den Herzog ab 1763: Schloss Solitude. Diese größte erhaltene Lustschlossanlage Carl Eugens entstand mitten im herzoglichen Jagdgebiet zwischen Stuttgart und Leonberg. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sie sich zu einem weitläufigen Gartenreich mit einer Vielzahl von Gebäuden. Und auch Scharnhausen, das letzte Lustschlossprojekt Carl Eugens, diente den sommerlichen Aufenthalten der Hofgesellschaft – Carl Eugen und Franziska von Hohenheim nutzten es immer wieder als Rückzugs- und Aufenthaltsort. Im Mai 1783 begonnen, wurde der Bau der Anlage 1788 abgeschlossen. Sie umfasste unter anderem einen Garten mit Grotten, Zierbrücken, Weinbergen, mit einem ionischen Tempel und einem Tiergarten.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook