Barockgalerie

Gemälde für die zukünftige Barockgalerie im Ludwigsburger Schloss


Früchtestillleben
Katharina Treu, Früchtestillleben, 1773


Eine Schale mit Früchten, ein kostbar geschmiedeter Silberpokal sowie eine Glasschale mit Pflaumen sind diagonal hintereinander auf einem Tisch arrangiert. Mit seinem hochformatigen Aufbau entspricht dieses Werk von Katharina Treu (1743 – 1811) ganz dem Typus des Prunkstilllebens.

Der außergewöhnliche Reiz dieses Bildes liegt an der differenzierten Stofflichkeit der dargestellten Gegenstände. Das metallene Glänzen von Schale und Pokal, das durchsichtige dünne Glas, das Gewebe des locker drapierten Tischtuchs, wie auch in besonderer Form die samtig-pelzige Haut der Pfirsiche, über die Wassertropfen herab perlen, das faserige Innere der aufgeschnittenen Früchte und natürlich die glatte Schale der grünen und blauen Trauben lassen es zu einem bemerkenswerten ästhetischen Vergnügen werden.

Das Stillleben kann mit seiner für das 17. Jahrhundert typischen Symbolsprache in die Tradition der holländischen Stillleben eingereiht werden: Sowohl die Früchte selbst wie auch die auf diesen sitzenden Wespen und Raupen können als Verweis auf die Vergänglichkeit verstanden werden. Gleichermaßen liegt dieser Vanitas-Gedanke dem üppigen Arrangement der Trauben, welche unter der eigenen Last drohen, vom Tisch zu fallen, zugrunde.

Bereits zu Lebzeiten erfuhren die Früchtestillleben von Katharina Treu eine große Wertschätzung. Diese war allem voran in dem dekorativen Charakter ihrer Malweise begründet. Welcher Reiz dieser Malerei noch heute innewohnt, kann der Besucher der Barockgalerie im Ludwigsburger Schloss entdecken.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook