Sie schmückten einst die Dächer, Giebel und Mauern der barocken Residenz: Götter, Helden, Nymphen und Fabelwesen aus der Geschichtenwelt der Antike.
Um sie vor weiterem Zerfall durch Nässe und Kälte zu schützen, wurden die kostbaren Sandsteinfiguren innerhalb der letzten Jahrzehnte von ihrem ursprünglichen Standort entfernt. Im Lapidarium, im Neuen Hauptbau in der nördlichen Sala terrena und den ehemaligen Räumen der Silberkammer, haben sie ihr neues Zuhause gefunden.
Die präsentierten Figuren zeigen einen Ausschnitt der Entwicklung barocker Plastik in einem Zeitraum von sechs Jahrzehnten. Italienische, böhmische und deutsche Bildhauer waren für Schloss Ludwigsburg tätig. Die Skulpturen aus der Zeit des Schlosserbauers Herzog Eberhard Ludwig stammen von Andreas Philipp Quittainer und Carlo und Giorgio Ferretti. Die Figuren des späteren 18. Jahrhunderts schufen die Bildhauer Christian Friedrich Wilhelm Beyer und Pierre François Lejeune.
Im 18. Jahrhundert waren die Skulpturen farbig gefasst – wie jetzt die Kopien, die die Originale am ursprünglichen Standort ersetzen. Bleiweißanstriche mit wenigen Akzenten in Gold sind nachweisbar. Teils stark verwittert und beschädigt repräsentieren sie auch acht Jahrzehnte Restaurierungsgeschichte. Die ausgestellten Figuren wurden konserviert, d.h. gereinigt und gesichert. Mürbe Partien wurden gefestigt, Schalen hinterfüllt und Risse geschlossen. Lose Teile wurden geklebt und vernadelt. Damit können „…die Exponate museal präsentiert werden, ohne dass sie in besonderer Weise gefährdet wären oder eine Gefährdung von ihnen ausgehen könnte“ führt Gerhard Feldmann aus, der Bildhauer und Restaurator, der das Konservierungskonzept im Auftrag von Vermögen und Bau, Amt Ludwigsburg, ausgearbeitet hat.
Die Ausstellung ist in der Sommersaison täglich von 10 bis 18 Uhr frei zugänglich; in der Wintersaison von 10 bis 17 Uhr.