Schlossgärten

Die Geschichte der Gärten um Schloss Ludwigsburg ist gezeichnet von vielfältigen Planungen und Realisierungen, von Verfall und Rekonstruktionen. Auch die Gartenanlagen spiegelten immer Moden und Zeitgeschmack wider.

Idealplan der Gesamtanlage von Ludwigsburg

Der Schlossgründer Herzog Eberhard Ludwig ließ im Süden des Schlosses im barocken Stil einen aufwendigen ebenerdigen Parterre-Garten (franz.:"zu ebener Erde") anlegen. Das Pendant, ein Terrassengarten im Norden, wurde nie fertiggestellt. Im Lauf der Jahre 1715-33 wurde diese Anlage im Zug der Schlosserweiterung allmählich im französischen Stil verändert.

Wie alle Barockgärten, war auch der Ludwigsburger symmetrisch angelegt und axial auf das Schloss bezogen. Die Hofgesellschaft nutzte die Gärten als Festsaal im Freien. Außerdem dienten sie zum Flanieren und zu Repräsentationszwecken.

Südgarten mit Ovalbassin und Kanal, Gouache, 1810

Herzog Friedrich II., der spätere König Friedrich, wollte Schloss Ludwigsburg als Sommerschloss nutzen und ließ nach 1798 die inzwischen verwahrlosten Gärten vollständig anlegen und verändern. Vor der Schlosssüdseite gestaltete man ein schlichtes Parterre mit einem Kanal. Im Norden und Osten entstanden nach dem Geschmack der Zeit englische Landschaftsgärten. Diese waren unterschiedlich angelegt: südlich-heiter, nordisch-romantisch und exotisch.

König Wilhelm I. von Württemberg zeigte wenig Interesse an der Sommerresidenz. So wurden Teile der Gartenanlage in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Obstgärten verwandelt.

Barocke Broderie im Nordgarten

1954 entstand, nach Zeiten der Verwahrlosung, das "Blühende Barock". Diese ständige Gartenschau berücksichtigte zunächst die historischen Gartenstrukturen nicht, sondern versuchte "dem Juwel Schloss durch eine lebensvolle Gestaltung wieder seine hervorragende Rolle zuzuweisen". Die Blumenfülle rund ums Schloss und der Märchengarten wurden in den letzten Jahrzehnten von Hunderttausenden Besucherinnen und Besuchern geschätzt. Seit 2004 präsentieren sich die Gärten rund um die einstige Königsresidenz wieder so, wie sie etwa um 1800 aussahen.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook