Schlossmuseum - Exponate

Sekretär im Jagdpavillon

Sekretär im Jagdpavillon

Ein Schreibmöbel von gediegener Konsequenz: Unterbau, Schreibkasten und Aufsatzschrank zeichnen eine auffallend klare Umrisslinie, typisch für ein altwürttembergisches Möbel des 18. Jahrhunderts. Allenfalls das Stegkreuz des Unterbaus nimmt etwas von dem Eindruck. Auch die Einlegearbeit ist schlicht. Sie zeigt Schmuckformen, wie sie Vorlagenbücher der Zeit anregten.

Eine Signatur nennt den Meister des Möbels. Isaac Roos aus Kirchheim an der Teck fertigte es 1729 zum Preis von 28 Gulden.

Seinerzeit war Kirchheim neben Stuttgart das zweite Zentrum der Kunstschreinerei in Württemberg. Am Ende des 18. Jahrhunderts, als die Blütezeit des örtlichen Handwerks bereits überschritten war, lassen sich immer noch 56 Schreiner aus 21 Familien nachweisen, die größtenteils miteinander verwandt waren.

Seit 1628 diente das Kirchheimer Schloss als Witwensitz des Hauses Württemberg. Das schuf einen Markt für kunsthandwerkliche Erzeugnisse und weckte Aufmerksamkeit bei Hofe. Dadurch erhielten Kirchheimer Kunstschreiner im frühen 18. Jahrhundert eine Reihe von Aufträgen zur Ausstattung des Ludwigsburger Schlosses. Allerdings fiel das abgebildete Stück wohl nicht darunter. 28 Gulden waren kein herzoglicher Preis. Der Hof orderte gewöhnlich kostspieligere Möbel.

Mit der heutigen Wertschätzung verhält sich das anders. Der Sekretär wurde von der Staatlichen Schlösser- und Gärtenverwaltung für Schloss Ludwigsburg angekauft. Er hat seinen Platz dort gefunden, wo nach den Inventarlisten des 18. Jahrhunderts ein ähnliches Schreibmöbel stand.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook