Bühnenschätze vom Dachboden

Der 100-jährigen Ruhepause des Ludwigsburger Schlosstheaters dürfte es wohl zu verdanken sein, dass sich neben der einzigartigen Bühnenmaschinerie auch ein sensationell umfangreicher Fundus von historischen Bühnenbildern vom Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten hat. In einem Dachgeschossraum über dem Theater haben sie die Jahrzehnte unbeschadet überdauert: rund 140 Kulissen und Bühnenversatzstücke, vierzehn Hintergrundprospekte und ein Theatervorhang, der schon in den Hoftheatern von Grafeneck und Teinach in Verwendung gewesen war. Jeweils vier bis sechs Kulissenpaare bilden zusammen mit dem Hintergrundprospekt ein Bühnenbild – ergänzt durch frei auf der Bühne aufgestellte Versatzstücke. Zusammen lassen sich so sechzehn Bühnenbildern zusammenstellen. Sie sind die einzigen originalen Bühnenbilder aus der Zeit der deutschen Klassik.

Roter Gartensaal
Bühnenbild "Roter Gartensaal".


Jedoch nur etwa ein Drittel der Bilder stimmt mit den Maßen der Ludwigsburger Bühne überein. Diese Tatsache und die erhaltenen Spuren von Umarbeitungen zeugen von ihrem Gebrauch in verschienenen württembergischen Hoftheatern. Für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich: Man transportierte die bis zu 6,50 Meter hohen Kulissen auf Pferdewagen gepackt zwischen den verschiedenen Spielstätten hin und her. Ebenso üblich war es, nicht mehr benötigte Dekorationen aufgegebener Theater weiterzureichen oder noch brauchbare Leinwand zu neuen Kulissen und Prospekten zusammenzunähen, wie es im Ludwigsburger Bestand des Öfteren zu sehen ist.

Tauchen Sie ein in die Welt der barocken Bühne:

Apollo und die Musen Elysische Gefilde Weinberggegend
Waldlandschaft Innendekorationen Versatzstücke


Von 1987 bis 1995 wurde der gesamte Ludwigsburger Bestand konserviert. Seit 1998 können in der Wintersaison im jährlichen Wechsel die originalen Bühnenbilder im Schlosstheater bewundert werden und bei besonderen Gelegenheiten tritt dazu noch die historische Bühnenmaschinerie in Aktion – ein einzigartiges Erlebnis!

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook