Porzellan für den Hof - Die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur


Set von drei Brûle-Parfum-Vasen

Porzellan war im 18. Jahrhundert ein beliebtes Sammelobjekt und durfte als Schmuck auf keiner vornehmen Tafel fehlen. Doch die zerbrechliche Ware war teuer und in Europa nur sehr schwer zu bekommen – Vasen, Teller, Tassen, Kannen und Schüsseln wurden aus Ostasien importiert. Bereits im 17. Jahrhundert begann man daher hierzulande, das Geheimnis des Porzellans zu erforschen. Erstmals gelang es Johann Friedrich Böttger 1709, seinem Dienstherrn Kurfürst August dem Starken ein überzeugendes Ergebnis vorzulegen. In Folge wurde 1710 die erste europäische Porzellanmanufaktur in Meißen gegründet. Es folgten weitere in Wien, Höchst, Fürstenberg, Nymphenburg, Berlin und Frankenthal. Die Ludwigsburger Manufaktur entstand 1758. Sie war die letzte dieser Reihe bedeutender Porzellanmanufakturen in Europa.

Dame am Spinett

Erste Versuche der Porzellanherstellung waren in Württemberg bereits unter Herzog Carl Alexander unternommen worden. Sein Nachfolger Herzog Carl Eugen setzte diese Bemühungen fort. Am 5. April 1758 rief er per Dekret die Porzellanmanufaktur zu Ludwigsburg ins Leben – ein Luxus ohne gleichen, den der Herzog aus seiner Privatschatulle finanzierte. Und er zeigte sich nicht kleinlich, so dass die Bücher bereits zwischen 1760 und 1770 rund 160 Manufakturmitarbeiter verzeichneten. Ab 1797 unterstützte König Friedrich I. von Württemberg den Manufakturbetrieb. Er leistete sich anstelle der bisher verwendeten gräulichen Porzellanerde aus Alpirsbach erstklassige weiße Erde aus Frankreich!

Entwurf einer Kaffeekanne

In Ludwigsburg wurden von Anfang an renommierte Fachleute für die Porzellanherstellung beschäftigt. Herausragend etwa war Gottlieb Friedrich Riedel, der 1759 bis 1779 als Laborant, Maler, Modelleur und Designer hier arbeitete. Von seinen vielen innovativen Entwürfen für Dekormalerei, Vasenformen und Figurinen ist bis heute unter anderem das auf ihn zurückgehende Schuppenmuster für Tee-, Kaffee- und Schokoladeservice bekannt. Neben den unterschiedlichsten Geschirrformen, prunkvollen Vasen und Tischaufsätzen lag die Stärke der Ludwigsburger Manufaktur in figürlichen Schöpfungen, für die immer wieder die Venezianische Messe mit ihren phantastischen Kostümen Anregung bot.

Deckelvase

1824 – unter König Wilhelm I. – wurde der Manufakturbetrieb in Ludwigsburg aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Doch 1948 nahm man die Produktion in Anlehnung an die alte Tradition wieder auf. Seit 2004 wird die lange Geschichte des Porzellans in Ludwigsburg außerdem durch das neue Keramikmuseum im Schloss anschaulich präsent.

 

 

 

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook