Blick in das Innere der Barockgalerie im Residenzschloss Ludwigsburg; Foto: sv

Kunstgenuss in fürstlichem Ambiente

Die Barockgalerie

Gemäldesammlungen waren in der Barockzeit ein herrschaftliches Statussymbol: Auch die Herzöge von Württemberg präsentierten ihre Sammlungen im Schloss. Seit 2004 zeigt die Staatsgalerie Stuttgart ausgewählte Werke der deutschen und italienischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts.

Graf Gustav Adolf von Gotter, Porträt von Martin van Meytens, 1732; Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Graf Gustav Adolf von Gotter.

Ein Kunstsammler von erlesenem Geschmack

Einige der in der Barockgalerie ausgestellten Kunstwerke waren bereits vor über 250 Jahren Bestandteil der Gemäldesammlung des württembergischen Herzogshauses. Im Jahr 1736 erwarb Herzog Carl Alexander über 400 Bilder aus dem bedeutenden Kunstkabinett des preußischen Gesandten am Wiener Hof, Graf Gustav Adolf von Gotter. Sein Porträt, geschaffen von dem Wiener Hofmaler Martin van Meytens (1695–1770), ist eines der Hauptwerke in der Ausstellung.

Porträt Herzog Eberhard Ludwigs von einem unbekannten Künstler um 1720; Foto: SSG

Wieder an historischem Platz.

Herzogliche Kunstwerke dicht gedrängt

Mehr als 120 Gemälde aus dem Bestand der Staatsgalerie Stuttgart sind in denselben Räumen zu sehen, in denen Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg, der Erbauer des Schlosses, einst seine Bildersammlung präsentierte. Dicht gedrängt hingen damals fast tausend Kunstwerke in dem Galeriesaal und zwei Nebenzimmern im zweiten Obergeschoss des Alten Hauptbaus. Die meisten von ihnen waren allerdings – anders als heute – nicht von herausragender künstlerischer Bedeutung.

Geheimnisvolle Symbole kunstvoll arrangiert

Die Maler der Barockzeit gaben ihren Bildern oft verschlüsselte Botschaften mit, die ihre Bedeutung erst beim genauen Hinsehen preisgeben. Wie zufällig hat die Malerin Katharina Treu (1743–1811) Wespen und andere Insekte in ihr Stillleben mit Früchten gemalt. Sie fressen das makellose Obst an und bringen es zum Faulen. Wer damals das Bild sah, erkannte den Hinweis: Die Malerin erinnert an die Vergänglichkeit alles Irdischen.

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