„Das römische Gefängnis" aus dem Hohenheimer Park, Viktor Heideloff (1757–1817)

Ausstellung vom 10. Juni bis 24. Juli 2016

Viktor Heideloff „Hohenheim-Gouachen“

Gemälde des Malers Viktor Heideloff von Gärten in Hohenheim, die sogenannten Hohenheim- Gouachen, werden in einer Ausstellung vom 10. Juni bis 24. Juli 2016 erstmals vollständig gezeigt. Die feinen Malereien bieten einzigartige Eindrücke eines herzoglichen Gartentraums.

Herzog Carl Eugen

Herzog Carl Eugen.

Die Hohenheimer Gärten

Herzog Carl Eugen von Württemberg (1728-1793) ließ ab 1772 das Schloss Hohenheim bei Stuttgart für seine damalige Mätresse und spätere Gräfin Franziska von Hohenheim errichten. Hierzu wurde eine großzügige Gartenlandschaft angelegt, zu der ab 1776 auch das sogenannte „Englische Dörfle“ gehörte. In dieser Anlage in der Art eines Landschaftsgartens ließ der Herzog knapp 70 kleinformatige Architekturen errichten, die nach seinem Tod jedoch innerhalb weniger Jahre abgerissen, verkauft und versetzt wurden.

Schloss Hohenheim.

Herzog Carl Eugen von Württemberg erwarb 1768 das Gut Hohenheim in Plieningen nahe Stuttgart und ließ das dort bereits vorhandene kleine Wasserschloss 1771 für seine damalige Favoritin herrichten.

„Der Spielplatz“ aus dem Hohenheimer Park, Viktor Heideloff (1757–1817)

Mit originaler Rahmung erhalten.

Die HOHENHEIM-GOUACHEN

Lediglich die von seinem Theatermaler Viktor Heideloff im Jahre 1790 gefertigte Gouachen-Serie mit den Ansichten der Architekturen zeugt heute noch von der Einzigartigkeit der Hohenheimer Gartenanlage. Ursprünglich waren die Gouachen im Auftrag des Herzogs gefertigt und in einer dieser Gartenarchitekturen, dem sog. Boudoir, präsentiert worden. Die insgesamt 43 Darstellungen umfassende Serie hat sich mit originaler Rahmung und Verglasung als eines der wenigen Ausstattungsobjekte aus Schloss Hohenheim bis heute erhalten.

Viktor Heideloff

Der 1757 in Stuttgart geborene Viktor Heideloff studierte an der Hohen Carlsschule Historien-, Dekorations- und Theatermalerei unter anderem bei Nicolas Guibal. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde Heideloff 1780 zum herzoglichen Hof- und Theatermaler ernannt und nach einer Studienreise zum Professor für Malerei an der Hohen Carlsschule berufen. Seine Tätigkeit erstreckte sich vorzugsweise auf dekorative Malereien für Schlösser  und  Festlichkeiten des Herzogs.

„Das Schnepfenhäuschen“ aus dem Hohenheimer Park (heute im Friedrichsgarten in Ludwigsburg), Viktor Heideloff (1757–1817)
„Das Wachthaus“ aus dem Hohenheimer Park (heute im Friedrichsgarten in Ludwigsburg), Viktor Heideloff (1757–1817)

Zwei Bauten, die sich heute im Friedrichsgarten in Ludwigsburg befinden: das Schnepfenhäuschen und das Wachthaus.

Ausstellung ergänzt durch Vortragsreihe

Anlässlich des Themenjahrs 2016 „Welt der Gärten“ und des 240. Geburtstags des „Englischen Dörfles“ wird die komplette Serie jetzt erstmals im Zuge einer Ausstellung zur Geschichte und Gestalt des Gartens Hohenheim öffentlich präsentiert. Ergänzend finden am 9. und 10. Juli 2016 Vorträge statt, die sich mit Themen der historischen Gartenforschung befassen.


Service

HOHENHEIM-GOUACHEN
Ausstellung

AUSSTELLUNGSORT
Residenzschloss Ludwigsburg
Hohenzollern-Appartement
Schlossstraße 30
71634 Ludwigsburg

TERMIN
Freitag, 10. Juni bis Sonntag 24. Juli 2016

ÖFFNUNGSZEITEN
täglich von 10.00 – 17.00 Uhr

EINTRITT
Erwachsene 4,00 €
Ermäßigte 2,00 €
Familienkarte 10,00 €
Gruppen ab 20 Personen pro Person 3,60 €

HINWEIS
Der Eintritt beinhaltet auch den Besuch der Barockgalerie.

KONTAKT UND INFORMATION
Residenzschloss Ludwigsburg
Schlossstraße 30
71634 Ludwigsburg
Telefon +49(0)71  41.18 20 04
Telefax +49(0) 71 41.18 64 50
info@schloss-ludwigsburg.de


ÖFFENTLICHE VORTRÄGE

TERMINE
Samstag, 9. Juli und  Sonntag, 10. Juli 2016 

VERANSTALTUNGSORT
Festinbau
Residenzschloss Ludwigsburg
Schlossstraße 30
71634 Ludwigsburg

PROGRAMM
Samstag, 9. Juli 2016

  • 10.30 Uhr
    Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, und Dr. Patricia Peschel, Konservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten
    Begrüßung/Einführung

  • 11.00 Uhr
    Prof. Dr. Ulrich Fellmeth, Universität Stuttgart-Hohenheim
    „Carl Eugen, Franziska und die menschliche, stilgeschichtliche sowie politische Dimension der Englischen Anlage in Hohenheim“

  • 11.45 Uhr
    Dr. Wolfgang Wiese, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
    „Einer Bank bey einer Einsiedelei und ein Stuhl dazu von Birkenstämen“ – Zur Ausstattung der Gartengebäude im Englischen Dörfle

  • 14.00 Uhr
    Dr. Anna Pfäfflin, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
    „,Eine ganz andere Welt'. Hohenheim zwischen Fiktion und Kunstgenuss.“

  • 14.45 Uhr
    Dr. Marcus Becker, Humboldt-Universität Berlin
    „Raumbild und Bildraum. Heideloffs Hohenheim-Ansichten und die Wahrheit der Vedute“

  • 14.45-15.15 Uhr
    Kaffeepause

  • Anschließend (optional)
    Rundgang durch die Ausstellung 

Sonntag, 10. Juli 2016

  • 10.30 Uhr
    Dr. Patricia Peschel, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
    „Die Nutzung der Gartenarchitekturen aus Hohenheim unter König Friedrich I. von Württemberg im frühen 19. Jahrhundert“

  • 11.30 Uhr
    Prof. Dr. Hartmut Troll, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
    „Ausgerechnet Schiller! Rezeptionsgeschichtliche Anmerkungen zur Einordnung der Gartenkunst der Zeit“

  • 12.15 Uhr
    Prof. Dr. Iris Lauterbach, Zentralinstitut für Kunstgeschichte München
    „Alle Länder, alle Zeiten: Enzyklopädische Konzepte in der Gartenkunst des späten 18. Jahrhunderts“

EINTRITT
Tageskarte 12,00 €
Kombikarte 20,00 €

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