Der Alte Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg

Vom Jagdschloss zur prunkvollen Residenz

Die Gebäude

Eigentlich wollte Herzog Eberhard Ludwig in seinem Jagdrevier nördlich von Stuttgart nur ein kleines Lustschloss bauen. Doch es kam anders: In einer Bauzeit von fast dreißig Jahren entstand eine gewaltige Schlossanlage mit achtzehn Gebäudeteilen und über 450 Zimmern.

Der Alte Hauptbau von der Südseite

Der Alte Hauptbau wurde ab 1704 erbaut.

Vom Erlachhof zur Ludwigsburg

Die Keimzelle des Residenzschlosses ist der Alte Hauptbau. Ab 1704 errichtete ihn Baumeister Philipp Josef Jenisch an der Stelle des Erlachhofs, eines Jagdhauses. Ein Jahr später taufte der ehrgeizige Herzog sein neues Schloss auf den Namen „Ludwigsburg“. Schon da waren die Pläne gewachsen: Der Bau sollte nun wesentlich prächtiger ausfallen. Herzog Eberhard Ludwig engagierte deshalb einen neuen Architekten. 1707 kam der aus Brandenburg stammende Architekt Johann Friedrich Nette nach Württemberg.

Kupferstich des Residenzschlosses Ludwigsburg mit Gartenanlage, 1709 nach Nette

Das Schloss als Dreiflügelanlage um 1707.

Das barocke Jagdschloss

Zwischen 1707 und 1716 setzte Johann Friedrich Nette rechts und links neben den Alten Hauptbau zwei elegante Bauten, den Jagdpavillon und den Spielpavillon. Die drei Gebäude verband er durch zwei Galerieflügel. Auf der Südseite fügte er noch den Ordensbau im Westen und den Riesenbau im Osten hinzu. Ludwigsburg war nun zu einer repräsentativen Dreiflügelanlage um einen weiten offenen Hof gewachsen. In diesen Gebäuden hat sich die überaus prunkvolle Innenausstattung der Zeit weitgehend original erhalten.

Vorzimmer zur Herzogsloge in der Hofkirche des Residenzschlosses Ludwigsburg

Vorzimmer zur Herzogsloge im östlichen Kavaliersbau.

Ludwigsburg wird Residenz

1715 beschloss der Herzog, seine Residenz von Stuttgart ganz und gar nach Ludwigsburg zu verlegen. Sogleich begannen die Planungen für eine erneute Erweiterung des Schlosses. Der italienische Stuckateur Donato Giuseppe Frisoni trat als Architekt an die Stelle des verstorbenen Baumeisters Nette. Er fügte nach Nettes Plänen die Schlosskapelle und die Ordenskapelle an. Um die hohen Hofbeamten unterzubringen, errichtete er bis 1722 den Westlichen und den Östlichen Kavaliersbau.

Luftansicht der Vierflügelanlage des Residenzschlosses Ludwigsburg

Platz für das Hofzeremoniell.

Der Ausbau zur Vierflügelanlage

Die Räume des Herzogs im Alten Hauptbau waren allerdings für eine Residenz zu klein und genügten den Regeln des Hofzeremoniells nicht. Ab 1721 lagen dem Herzog mehrere Alternativentwürfe für die Erweiterung vor. Schließlich gab er Frisoni den Auftrag. Der Baumeister hatte einen riesigen neuen Schlossflügel auf der Südseite des Hofes vorgeschlagen. Dieser Neue Hauptbau wurde zwischen 1724 und 1733 errichtet. Dazu kamen zwei langestreckte Galerien, die ihn mit den älteren Teilen des Schlosses verbinden.

Der Neue Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg von der Südseite

Der Neue Hauptbau von der Südseite.

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Persönlichkeit: Donato Giuseppe Frisoni

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