Neuer Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg

Vier Stilepochen unter einem Dach

Der Neue Hauptbau

Mit dem prunkvollen Marmorsaal und den königlichen Wohnräumen ist der weitläufige Neue Hauptbau wesentlich repräsentativer angelegt als der Alte Hauptbau. Über zweihundert Jahre wurde er von Mitgliedern der fürstlichen Familie bewohnt, die die Innenräume immer wieder verändern ließen.

Treppenhaus des Königs Friedrich I. im Neuen Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg

Das majestätische Treppenhaus auf der Königsseite.

Neue Räume für Herzog Eberhard Ludwig

Nachdem der Herzog Ludwigsburg zur Hauptresidenz gemacht hatte, wurden die vorhandenen drei Gebäudeflügel um den Schlosshof durch einen größeren vierten Trakt erweitert. Die herrschaftlichen Wohnungen für sich und seine Familie ließ Eberhard Ludwig im ersten Obergeschoss einrichten. Bei seinem Tod 1733 waren diese Räume jedoch noch nicht fertig. Besonders prächtig gestaltet sind die beiden Treppenhäuser, die zu den fürstlichen Räumen führen: Sie spielten im höfischen Empfangszeremoniell eine wichtige Rolle.

Zweites Vorzimmer im Appartement von Herzog Carl Eugen im Residenzschloss Ludwigsburg

Wandvertäfelung im Stil des Rokoko im Zweiten Vorzimmer.

Das Appartement von Herzog Carl Eugen

Im zweiten Obergeschoss des Neuen Hauptbaus wählte Herzog Carl Eugen mehrere Räume als seine Privatwohnung. Zwischen 1757 und 1759 entwarf der französische Architekt Philippe de la Guêpière das Interieur im verspielten Rokokostil. Die Stuckateure Giovanni Pietro Brilli und Ludovico Bossi sowie eine Vielzahl von Bildhauern schufen die virtuosen Stuckaturen und die vergoldeten Schnitzereien der Wandvertäfelungen.

Vorzimmer des Appartements von König Friedrich I. im Residenzschloss Ludwigsburg

Das Vorzimmer von König Friedrich I.

Das Appartement von König Friedrich I.

Der erste württembergische König Friedrich I. ließ zwischen 1802 und 1811 alle Gemächer westlich vom Marmorsaal zu seiner neuen königlichen Wohnung zusammenfassen und im eleganten klassizistischen Stil ausstatten. Der standesbewusste Regent residierte in zwölf Zimmern – bei Weitem großzügiger als seine Vorgänger. Beginnend mit dem Vorzimmer, das an den Marmorsaal angrenzt, liegen die offiziellen Räume auf der Südseite zum Garten hin. Die privaten Gemächer sind zum Hof ausgerichtet.

Besucher im Marmorsaal des Residenzschlosses Ludwigsburg

Wirklich bewundernswert: der Marmorsaal.

Vorzimmer des Appartements der König Charlotte Mathilde im Residenzschloss Ludwigsburg

Späte Modernisierung.

Das Appartement von Königin Charlotte Mathilde

Königin Charlotte Mathilde, die Ehefrau von König Friedrich I., bezog Wohnräume in der östlichen Hälfte des Neuen Hauptbaus. Bis auf drei Zimmer behielt dieser Bereich zunächst die barocke Ausstattung und wurde erst zwischen 1816 und 1824 modernisiert. Die Königin wohnte auch als Witwe im Schloss, bis zu ihrem Tod im Jahr 1828. Sie war die letzte Herrscherin, die in Ludwigsburg lebte. Ihre Wohnräume sind seither in fast unverändertem Zustand erhalten geblieben.

Versenden
Drucken