Das Schlosstheater wurde 1953 aus einem Dornröschenschlaf geweckt, in den es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts versunken war. Den Anlass dafür gaben die Schlossfestspiele, die die historische Bühne für Aufführungen des Mozartfestes wieder bespielen wollten. Bis in die frühen 90er-Jahre wurde das fragile Theater fast jeden Sommer benutzt. Was schon an einer modernen Bühne zu Verschleiß führt, schadete der Substanz eines Theaters aus dem 18. Jahrhundert beträchtlich. Als man sich an die notwendige Sanierung und Restaurierung des Theaters machte, war klar: Hier galt es, einerseits eine einzigartige Kostbarkeit zu retten; andererseits sollte aber das Theater kein unbenutzbares Museumsstück werden, sondern nach wie vor eine Bespielung erlauben. So musste im Grunde, neben dem Konservieren des Originals, eine zweite Struktur eingezogen werden, über die die moderne Nutzung möglich werden sollte.
Die sorgfältige Vorbereitung der Arbeiten mit zahlreichen denkmalpflegerischen, kunsthistorischen und restauratorischen Untersuchungen war die entscheidende Grundlage. Damals entstand unter anderem die Forschungsarbeit von Hans-Joachim Scholderer, der in seiner monographisch angelegten Dissertation viele grundlegende Fakten zusammentrug. Das erworbene Wissen konnte er gewinnbringend für das Schlosstheater einsetzen: Er leitete im Bauamt die Arbeiten, zuerst am Theater, später am ganzen Schloss.
Im Außenbau galt es, mit den Alters- und Umweltschäden an den unverputzten Sandsteinteilen – etwa den Fensterrahmungen – umzugehen. Zur Erbauungszeit waren diese Bauteile alle farbig gefasst; erst in einer Überarbeitung im späten 19. Jahrhundert war wohl dieser schützende Anstrich entfernt worden. Für den empfindlichen Sandstein war dies seither eine enorme Belastung. Da inzwischen für die gesamte Schlossanlage eine Sanierung und Restaurierung geplant war, orientierte sich der Neuanstrich an dem Gesamtkonzept der Schlossfassaden. Eine weitere Aufgabe: der originale Dachstuhl mit seiner hölzernen Konstruktion aus dem 18. Jahrhundert.
Im Inneren ging es um den Zuschauerraum mit seiner Bemalung und Vergoldung des frühen 19. Jahrhunderts aus der Zeit von König Friedrich. Die weitaus ungewöhnlichere Aufgabe aber war die Restaurierung der Bühne mit ihrer Maschinerie. Dieses hölzerne Wunderwerk lag demontiert und in seine Einzelteile zerlegt unter dem Bühnenboden. Niemand wusste, wie viel noch vorhanden, was alles verloren war. Neben einer minutiösen Bestandsaufnahme half ein detailgetreues Modell der Bühnentechnik dabei, zu verstehen, wie die Einzelteile sich zur komplizierten Mechanik zusammenfügten. Und zum allgemeinen Erstaunen stellte sich heraus: Fast alle Bestandteile der Untermaschine waren noch vollständig vorhanden. Die Obermaschine war bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts abgebaut worden und daher nur noch in Spuren vorhanden.
Nach alten Vorlagen rekonstruiert wurde die Bestuhlung der Ränge. Für die Bestuhlung des Parketts entwickelte man Bankreihen mit blauer Bespannung. Für die Stoffe, mit denen der Innenraum drapiert und geschmückt wurde, konnte man sich an den Resten orientieren, die man bei der Untersuchung des Raumes fand. Ganz neu eingerichtet wurde die moderne Bühnentechnik, die so raffiniert eingepasst ist, dass sie unmerklich parallel zur alten Maschine läuft. Ebenfalls zweigleisig: die Beleuchtung. In den historischen Kulissen wird mit der historischen Beleuchtung gearbeitet; für heutige Aufführungszwecke gibt es ein – denkmalverträgliches – modernes Bühnenlichtsystem.