Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Kostbar, dekorativ und praktisch

Porzellan für Kaffee,

Tee und Schokolade

Im 17. Jahrhundert begann der Siegeszug von Kaffee, Tee und Schokolade in Europa. Die heißen Getränke erforderten Gefäße aus besonderem Material und in neuen Formen. Deshalb wurde Porzellan zunächst teuer aus Japan und China importiert, bis man das „weiße Gold“ selbst herstellen konnte.

Keramikmuseum Ludwigsburg, Kaffeetrinkerin, Entwurf von Friedrich Wilhelm Beyer, 1765-1766; Foto: Landesmuseum Württemberg, Hendrik Zwietasch und Peter Frankenstein

Metallgefäße waren nicht für Heißgetränke geeignet.

Flüssiger Luxus

Tee, Kaffee und Schokolade waren in der Zeit des Barock teure Luxusgüter in Europa. Genießen konnten sie deshalb zunächst nur die adelige Gesellschaft. Diese versüßte den bitteren Geschmack zusätzlich mit teurem Zucker. Für den vollendeten Genuss wünschte man sich statt der gängigen Metall- und Fayencegefäße edles Porzellan, das zunächst aus Asien importiert wurde. Die Heißgetränke, serviert in kostbaren Gefäßen, wurden zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Ausdrucks von Luxus und Prestige der Oberschichten.

Keramikmuseum Ludwigsburg, Dejeunerservice des Prinzen Paul, 1813; Foto: Landesmuseum Württemberg, Hendrik Zwietasch und Peter Frankenstein

Auch das Tablett des Service ist aus Porzellan.

Koppchen und Kumme

Die Gefäße glichen zunächst ihren ostasiatischen Vorbildern. So kamen kleine Trinkschalen, die Koppchen, in Mode. Ergänzt wurden sie durch eine größere Schale, der Kumme, zum Spülen von Kaffee- oder Teesatz aus den Koppchen. Mit der Zeit entwickelten sich spezielle Service. Das Frühstücks- oder Dejeuner-Geschirr bestand aus einem Tablett, Kannen für Kaffee, Tee und Milch, einer Zuckerdose und ein oder zwei Tassen. Serviert wurde damit der morgendliche Kaffee im Bett oder an einem kleinen Tisch im Schlafzimmer.

Keramikmuseum Ludwigsburg, Dejeunerservice zum Reisen, 1788; Foto: Landesmuseum Württemberg, Hendrik Zwietasch und Peter Frankenstein

Unterwegs wurde nicht aufs Porzellan verzichtet.

Kaffeepersonal am Hof

Für die Zubereitung der Luxusgetränke war am württembergischen Hof die so genannte Kaffee-Kammer zuständig. 1810 bestand das Personal aus drei Personen: einem Hof-Kaffeesieder, einem Reise-Kaffeesieder, der den König auf Reisen begleitete sowie einer Kaffee-Magd. Das Zimmer, in dem täglich der Kaffee frisch geröstet und gemahlen wurde, befand sich im Erdgeschoss des Theaterbaus. Schokolade wurde bei Tisch frisch aufgeschäumt. Die Kannen benötigten einen Deckel, in den sich ein Quirl einsetzen ließ.

Im Residenzschloss kann bei einer Sonderführung Kaffee aus edlem Porzellan probiert werden.

TIPP

Trinken Sie Kaffee aus echtem Ludwigsburger Porzellan und erfahren Sie mehr über die Kultur der Heißgetränke bei der Sonderführung "Kaffeeklatsch bei Königs".

TIPP

Unsere heutige Tischkultur ist durch eine weit zurückreichende Tradition noch immer tief in der Geschichte verwurzelt. Das Themenportal „Von Tisch und Tafel“ begleitet auf eine kulinarische Reise durch die Kulturgeschichte rund um die Gaumenfreuden von der Antike bis in die Gegenwart.

Von Tisch und Tafel