Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Herrschen mit Stil

Friedrich I.

von Württemberg

Der erste König von Württemberg war ein machtbewusster Herrscher. Friedrich (1754–1816) gelang es, dass Württemberg in den unruhigen Jahren von der Französischen Revolution bis zu Napoleons Herrschaft aufstieg: vom Herzogtum zum Kurfürstentum und schließlich sogar zum Königreich.

Büste Napoleons aus Biskuitporzellan im Neuen Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg, um 1810; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Napoleon ist noch heute in Ludwigsburg präsent.

Weshalb kam Napoleon nach Ludwigsburg?

Kaiser Napoleon hatte es nicht leicht, den standesbewussten württembergischen Kurfürsten zu einem Bündnis zu überreden. Erst nach dem persönlichen – und überraschenden – Besuch des französischen Kaisers in Schloss Ludwigsburg im Oktober 1805 trat Friedrich als letzter süddeutscher Fürst dem Rheinbund bei. Friedrich stieg zum König auf, doch der Preis war hoch: Die militärische Allianz mit Frankreich kostete allein beim Russlandfeldzug im Jahr 1812 über 15.000 Württemberger das Leben.

Wappen Friedrichs I. mit Krone am Giebel des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Ein Symbol von Rang.

Was wäre ein König ohne Krone?

Mit einem großen Festakt in Stuttgart feierte Friedrich am 1. Januar 1806 die Annahme der Königswürde. Das neue Königreich Württemberg, das er mit strenger Hand regierte, umfasste nahezu die doppelte Fläche wie vor seinem Regierungsantritt. Friedrich gestaltete das Landeswappen neu. In den Schlössern ließ er an vielen Stellen eine Krone als sichtbares Symbol für die Rangerhöhung anbringen.

Königliches Audienzzimmer im Residenzschloss Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Das königliche Audienzzimmer mit Thron.

Wie wurde das Schloss zur königlichen Residenz?

Das Ludwigsburger Schloss mit seinen weitläufigen Gartenanlagen diente dem Königspaar Friedrich und Charlotte Mathilde als Sommerresidenz. Zur Demonstration seiner neuen Macht ließ Friedrich zwischen 1803 und 1814 die Wohnräume im Neuen Hauptbau, den Marmorsaal, den Ordenssaal und das Schlosstheater mit großer Geste im klassizistischen Stil umgestalten. Beeindruckend ist das bis heute erhaltene Ensemble von Thron und Baldachin im Audienzzimmer. Hier nahm der König die Huldigung seiner Untertanen entgegen.

Porträt König Friedrichs I. von Johann Baptist Seele von 1806; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Seine Körpergröße ist legendär.

Wie dick war der „dicke Friedrich“ tatsächlich?

Legendär sind Körpergröße und Leibesumfang von König Friedrich I. Um seine üppigen Essgewohnheiten ranken sich zahlreiche Anekdoten. Kaiser Napoleon soll sogar über ihn gesagt haben, er sei der lebende Beweis dafür, wie weit sich die menschliche Haut ausdehnen könne. Nicht nur die Porträts des Herrschers, sondern auch das königliche Bett mit 2,20 Metern Länge vermitteln einen Eindruck von Friedrichs „Größe“.

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