Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Tischuhr mit Achill an der Urne des Patroklos, Paris, um 1810; im Neuen Corps de logis; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württembergs, Schlossverwaltung Ludwigsburg
Zeugen der Zeit

Uhren aus Frankreich

Vor allem König Friedrich I. von Württemberg ließ kostbare Uhren in Paris – einem Zentrum der Uhrenproduktion – einkaufen oder von seinem Hofschreiner in französischer Art herstellen. Die Uhren aus Holz, vergoldeter Bronze oder Marmor waren häufig fester Bestandteil einer Raumeinrichtung.

Tischuhr von 1765 auf einem Schreibschrank im Carl-Eugen-Appartement, Schloss Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ralf Cohen

Auf dem französischen Schreibschrank steht eine Tischuhr aus Paris um 1765.

Spitzenstücke aus Paris

Die französischen Zeitmesser in Schloss Ludwigsburg sind repräsentative Stücke aus der Pariser Gehäuse- und Uhrenproduktion. Diese hatte ab der Regierungszeit König Ludwigs XIV. von Frankreich bis um 1850 ihre Blütezeit. Der württembergische Hof, spätestens seit Herzog Carl Eugen, leistete sich Pariser Qualität. Die meisten Ludwigsburger Uhren stammen allerdings aus der Zeit um 1800. Sie wurden während der Regierungszeit von Friedrich I. gekauft, der mit Hilfe Kaiser Napoleons 1806 zum König von Württemberg erhoben worden war.

Tischuhr aus Paris, um 1850; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ralf und Angelika Cohen

Repräsentative Tischuhr aus Paris, entstanden um 1850.

Die Hersteller der Uhren

Unter Ludwig XIV. entwickelte sich die Uhrenfertigung in Paris: Sie lieferte qualitativ hochwertige Produkte für den König und den Hofstaat. Der Uhrmacher, oft eine Werkstatt mit mehreren Mitarbeitern, stellte das Uhrwerk her. Dann gab es die Gehäusehersteller, die als Kunstschreiner oder Bronzehersteller arbeiteten und nach Bedarf Bronzegießer, Vergolder und Ziseleure heranzogen. Das Pariser Produktionssystem des 17., 18. und 19. Jahrhunderts war einzigartig und wurde von keinem anderen Land kopiert. Selbst Wien, als Zentrum eines großen Reiches, hatte nicht diese Möglichkeiten.

Konferenzzimmer im Residenzschloss Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Rechts im Bild: aufeinander abgestimmte Uhr und Leuchter stehen auf einem Kamin.

In Szene gesetzt

Im Frankreich des 18. Jahrhunderts entstand die Mode, Uhren auf dem Kamin aufzustellen, rechts und links flankiert von mehrarmigen Kerzenleuchtern. Über dem Kaminsims waren Spiegel angebracht, die das Kerzenlicht reflektierten. Die Uhrengehäuse selbst wurden immer üppiger geschmückt mit plastischen Zierelementen und Figurengruppen – die Uhren zeigten also nicht nur die Zeit an, sondern bildeten dekorative Ausstellungselemente im Raum. Die Figuren hatten darüber hinaus meist eine Geschichte zu erzählen.

Tischuhr, um 1780, im Residenzschloss Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ralf und Angelika Cohen

Zwei Atlanten, Figuren aus der griechischen Mythologie, stützen das Zifferblatt.

Der Mode unterworfen

Bei den meisten Uhren zwischen 1750 und 1850 spielte das Gehäuse – abgestimmt auf den jeweiligen Raum – eine große Rolle. Im Empire, der Zeit zwischen 1800 und 1814, besann man sich bei der Gestaltung von Möbeln und Uhren auf die römische Antike. Hintergrund war die Herrschaft Napoleons, der als französischer Kaiser an das römische Kaisertum erinnern wollte. Griechische und römische Motive waren als Ornamente sehr beliebt, beispielsweise an den Frontreliefs und auf den quaderförmigen Uhrsockeln. Die Figuren bezogen sich auf die antike Mythologie.

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