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Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Stickereien an einem barocken Schuh im Modemuseum des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverwaltung Ludwigsburg
Kleidung für den Hof

Französische Mode

in Württemberg

Im 18. Jahrhundert wurde bei der zeremoniellen Hofkleidung an nichts gespart: Raffinierte Schnitte, reich verzierte Stoffe, Stickereien und Spitzen trugen zum Erscheinungsbild bei. Dabei orientierten sich Herzog Carl Eugen und sein Hofstaat in Kleiderauswahl und Modefragen an der französischen Mode.

Staatsporträt von Herzog Carl Eugen von Württemberg, Pompeo Batoni, 1753; Foto: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

Der Herzog tadellos gekleidet.

Der Anzug für die Herren

Ein vollständiger Männeranzug bestand im Rokoko aus einer Kniehose, im französischen „culotte“ genannt, einer Weste und einer langen Jacke, dem Justaucorps. Diese wurde stets offen getragen und war so geschnitten, dass die kostbar bestickte Weste gut zu sehen war. Nach Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Justaucorps in Schnitt und Ausstattung einfacher. Für die Wirkung der Herrenkleidung waren kunstvoll verzierte Knöpfe wichtig. Je nach Träger konnten sie auch aus Gold und Edelsteinen gefertigt sein.

Wichtig für den Gesamteindruck: die Accessoires

Ergänzt hat die Garderobe der Herren ein aus feinem Leinen gefertigtes Hemd, auf dessen sichtbare Teile größte Aufmerksamkeit gelenkt wurde: Die als Jabot bezeichnete Hemdkrause, ein eleganter Vorläufer der heutigen Krawatte, und die volantartigen Manschetten bestanden nämlich aus Spitze. Weiße Seidenstrümpfe, mit Schnallen verzierte Absatzschuhe, eine weiß gepuderte Zopfperücke, ein meist unter dem Arm getragener Dreispitz und, je nach Stand, ein Zierdegen vervollständigten das korrekte männliche Erscheinungsbild.

Porträt von Herzog Carl Eugen von Württemberg, um 1760; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger
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Der Herzog tadellos gekleidet: von der Hemdkrause bis hin zu den roten Schuhabsätzen, wie sie in französischen Adelskreisen getragen wurden.

Porträt von Elisabeth Friederike von Brandenburg-Bayreuth (1732–1780), Wolfgang Majer, um 1745; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Herzogin Elisabeth Friederike, die Ehefrau von Carl Eugen, in Galakleidung.

Robe à la Française für die Damen

Bei Damenkleidern unterschied man im 18. Jahrhundert zwischen der zeremoniellen Hofkleidung, „Cour“ genannt, der höfischen Galakleidung, der „Grande parure“, dem Halbputz, der Parure, und dem Negligé, der Haus- und Straßenkleidung. Der Wandel der höfischen Mode war vor allem durch wechselnden Aufputz, modisches Beiwerk, Farben und Muster der Stoffe gegeben. Die häufigste Grande parure war 1740 bis 1786 die „Robe à la française“, das Kleid nach französischer Art. Dazu gehörte nach 1750 die hohe Rokokofrisur.

Barocker Damenschuh im Modemuseum des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverwaltung Ludwigsburg

Typisch: Der Absatz war seitlich und nach vorn eingezogen.

Vollendet bis zum Fuss

Schuhe wurden im 18. Jahrhundert rahmengenäht und hatten einen Absatz. Die Schuhe waren einleistig: Der rechte und linke Schuh waren nicht voneinander zu unterscheiden, sofern sie noch nicht eingetragen waren. Die Absätze von Männerschuhen waren großflächig und niedrig, ähnlich wie bei heutigen Männerschuhen, und aus mehreren Lagen dicken Leders gefertigt. Bei Frauenschuhen waren die Absätze höher und bestanden daher aus einem mit Leder bezogenen Holzkern. Für gewöhnlich waren die Absätze 3 bis 5 cm hoch, in Extremfällen bis zu 10 cm.

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