Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Entwurf eines Projekts der Kostümakademie Ludwigsburg; Foto: Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner
Hell und filigran

Auswahl der Stoffe

und Schnitte

Die Festlegung, in welchem Schnitt und mit welchem Stoff der Entwurf umgesetzt werden soll, erfolgte in der dritten Projektphase des seit März 2014 laufenden Projekts „Die Schneekönigin: Mode zur Zeit der Romantik“ der Kostümakademie im Residenzschloss Ludwigsburg.

Projektteilnehmerin bei der Auswahl der Stoffe; Foto: Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner

Die Auswahl will gut überlegt sein.

Modezeitschriften als Vorlagen

Als Vorbilder für die Auswahl der Stoffe und Schnitte wurden hier wie auch bei den Kostümstudien zeitgenössische Gemälde und Vorlagen aus den frühen Modezeitschriften herangezogen: zum Beispiel das berühmten Gemälde der Kaiserin Elisabeth von Österreich von Franz Xaver Winterhalter aus dem Jahre 1865 oder verschiedene Ausgaben des „Journal des Dames et des Modes“. Als konkretes Muster aus dem Modemuseum diente ein Herren-Freizeit-Anzug in hellem, beigefarbenem Stoff für die Jungen und ein azurblaues Krinolinenkleid um 1867 für die Mädchen.

Naturfarbenes Leinen für die Jungen

Die Jungen, für die in der Aufführung der „Schneekönigin“ die Rolle des Kay vorgesehen ist, wählten den Stoff für eine Kombination aus heller naturfarbener Leinenhose und Hemd. Dies entspricht der modischen Tendenz wie sie zur Zeit der Romantik in der Freizeitkleidung für Männer und Jungen aufkam.

Transparente Stoffe für die Mädchen

Entscheidend bei der Auswahl der Stoffe für die Mädchenkleider war, dass für das sichtbare Obergewand ausschließlich transparente Stoffe – wie Organza oder Tüll – in besonders hellen Pastelltönen genommen wurden. Denn sie sollen an in der Sonne glitzernde Schneekristalle erinnern und so den Geist der Romantik mit dem filigranen Wesen der Schneekönigin vereinen. Zudem wurden diverse Bänder und Bordüren zum Befestigen, Gürten, Umnähen und Dekorieren der Säume und des Ausschnitts der Kleider ausgesucht, die farblich auf die Stoffe abgestimmt waren.

Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer bei der Stoffauswahl; Foto: Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner

Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer bei der Stoffauswahl.

Kostüme des Projekts; Foto: Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner

Effektvoll drapiert.

Auf die kristallartige Wirkung kommt es an

Verarbeitet werden die gewählten Tülle immer doppellagig. Da Tüll nicht changiert, wird nur so die gewünschte kristallartige Wirkung erzielt. Die Organzastoffe können, da sie aus Kett- und Schussfaden bestehen und somit changieren, auch einlagig verwendet werden. Besonders effektvoll ist es, wenn zwei unterschiedliche Farben aus dem gleichen Material übereinander getragen werden.

Schneiderin Gurbet Orhan beim Nähen der Kostüme; Foto: Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner

Gurbet Orhan beim Nähen.

Professionell genäht

Da sich etwa 70 Kinder für die Kostümschau, die am Schlosserlebnistag 2015 stattfinden wird, angemeldet haben, werden die Gewänder aus organisatorischen Gründen von der Schneiderin Gurbet Orhan professionell genäht. Sie ist schon längere Zeit in der Kostümakademie beschäftigt und jederzeit offen für die Wünsche der Schülerinnen und Schüler sowie der Elternschaft.