One of the largest Baroque palaces in Germany
Ludwigsburg Residential Palace

Thursday, 8 October 2020

Ludwigsburg Residential Palace | Exhibitions Eine Legende geht in Rente. „Baron von Bühler“ verlässt die Bühne des Schlosses

„Baron von Bühler“, bewährter Schlossführer und seit Jahren einer der Botschafter des Residenzschlosses, gibt sein Hofamt beim Herzog Carl Eugen auf. Hinter der Figur aus dem 18. Jahrhundert steht Herbert Rommel: Über 60 Jahre lang war er mit dem Residenzschloss verbunden. In den letzten 20 Jahren präsentierte er als „Baron von Bühler“ vielen Tausend Menschen die Welt des alt gewordenen Herzogs Carl Eugen. Darüber hinaus trat er für das Schloss auf und ebenso für die historischen Monumente insgesamt – ein prächtig gekleideter Botschafter aus einer vergangenen Zeit, bei Messen und Veranstaltungen, gegenüber hohen Gästen und bei großen Publikumsereignissen.

FAST EIN LEBEN LANG MIT DEM SCHLOSS VERBUNDEN

Kaum vorstellbar, wann die Geschichte begann, die Herbert Rommels Leben mit dem Schloss verband. Mit knapp 18 Jahren bekam er 1958 das Angebot, an den Wochenenden als „Aushilfsführer“ durch die Schlossräume zu führen. Geprüft und eingestellt wurde er vom damaligen Schlossverwalter Paul Krüger, der bis 1972 das Schloss leitete. Rommel ist damit der letzte Schlossführer, der noch von „Krüger Senior“ eingestellt wurde; dessen Nachfolger, sein Sohn Ulrich Krüger, war bis in die 2010er-Jahre für das Schloss zuständig. „Die historische Dimension, in der sich diese Schlossbiografie bewegt, ist fast unglaublich“, sagt der heutige Leiter der Schlossverwaltung, Stephan Hurst: „Herr Rommel war bereits im Schloss mit dabei, als 1962 der Staatsbesuch des französischen Staatspräsidenten mit dem damaligen deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer stattfand.“ Charles de Gaulles Rede an die deutsche Jugend ist heute legendär – ein Meilenstein der Nachkriegsgeschichte und der deutsch-französischen Freundschaft.

 

MIT DEM RUHESTAND ZUM BARON GEKÜRT

Ein Zeitsprung: Als Herbert Rommel im Jahr 2000 in den beruflichen Ruhestand ging, war längst ein guter Teil seiner Familie im Schloss engagiert: Seine Frau arbeitete in der Schlossverwaltung und sein Sohn Klaus war immer wieder als Schlossführer tätig. Noch relativ neu waren damals die Damen und Herren, die in prächtigen Kostümen die Gäste in die Geschichte des Schlosses begleiteten. Die Botschafterinnen und Botschafter aus dem 18. und 19. Jahrhundert eröffneten erstmals spielerische und erlebnisorientierte Zugänge in die Historie, begeistert angenommen vom Publikum.

 

BARON VON BÜHLER FÜHRTE INS 18. JAHRHUNDERT

So entstand nun auch der „Baron von Bühler“, eine Gestalt, die in die Zeit des älter gewordenen Herzogs Carl Eugen führen sollte. Er begleitete die Gäste aus dem Heute an das Ende des 18. Jahrhunderts. Der hohe Hofbedienstete aus der unmittelbaren Umgebung des Herrschers war, wie sein vornehmer Dienstherr auch, schon im reiferen Alter und sollte ein letztes großes Jagdfest im Schloss vorbereiten. Dafür brachte er den bürgerlichen Gästen das korrekte Verhalten bei einem höfischen Fest bei. Dass er dabei mit einer gewissen Strenge vorging, ließ sich auch biografisch erklären: Der Baron war selbst erst ganz frisch in den Adelsstand erhoben worden…

 

EIN BOTSCHAFTER FÜR DAS SCHLOSS UND SEINE GESCHICHTE

20 Jahre lang agierte Baron von Bühler im Schloss und zeigte in dieser Zeit in etwa 4.000 Führungen an die 100.000 Menschen seine Welt. Obendrein war er immer wieder der eindrucksvolle Botschafter des Schlosses nach außen: Der versierte Hofmann begrüßte im prächtigen barocken Gewand wichtige Gäste im Schloss. Etwa 2012, zum 50-jährigen Jubiläum der Rede von Charles de Gaulle, den französischen Staatspräsidenten François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Stephan Hurst drückte bei einer kleinen Feierstunde im Schloss den Dank der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg für Herbert Rommel und seine Leistungen aus und sprach von „viel Respekt für ein Leben, in dem über 60 Jahre lang immer wieder das Residenzschloss eine so wichtige Rolle gespielt hat“.

 

 

SERVICE UND INFORMATION

Ausstellung „HUNDERTWASSER – Friedensvertrag mit der Natur“

Residenzschloss Ludwigsburg
Laufzeit: Mittwoch, 19. August bis Sonntag, 1. November 2020

 

ÖFFNUNGSZEITEN Ausstellung

Mi – So und feiertags 11.00 – 16.00 Uhr

 

ÖFFNUNGSZEITEN Residenzschloss Ludwigsburg

Geöffnet: Mo – So und feiertags 11.00 – 16.00 Uhr

 

Freier Rundgang möglich. Im Rahmen des freien Rundgangs ist ausnahmsweise das Fotografieren für private Zwecke gestattet.

Appartement Carl Eugen und Keramikmuseum geöffnet

Kinderreich, Modemuseum, Barockgalerie, Theatermuseum und Lapidarium geschlossen

 

Um die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher zu schützen, sind maximal 25 Personen gleichzeitig in den Erdgeschossräumen der Ahnengalerie, dem zweiten Standort der Ausstellung, erlaubt. Bitte achten Sie auf die Einhaltung der Abstandsregeln sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

 

EINTRITTSPREISE

Residenzschloss Ludwigsburg

Schlossrundgang ohne Hundertwasser-Ausstellung

Erwachsene 5,00 €, ermäßigt 2,50 €, Familien 12,50 €

 

Ein Museum nach Wahl

Erwachsene 4,00 €, ermäßigt 2,00 €, Familien 10,00 €

 

Kombiticket Hundertwasser-Ausstellung

Erwachsene 10,00 €, ermäßigt 5,00 €, Familien 25,00 €
VVS-Karteninhaber erhalten einen Rabatt.

 

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN IM RESIDENZSCHLOSS

„Auf neuen Wegen“

Samstags um 16.00 Uhr, sonntags um 10.00 Uhr

Dauer: etwa 45 Minuten

 

Familienführung

Sonntag, 13. September, um 14.00 Uhr

Dauer: etwa 45 Minuten

Kosten: Erwachsene 8,00 €, ermäßigt 4,00 €, Familien 20,00 €

 

Die Teilnehmerzahl je Führung ist auf 15 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter info@schloss-ludwigsburg.de oder Telefon +49(0)71 41.18 64 00.

 

INFORMATIONEN
Residenzschloss Ludwigsburg

71634 Ludwigsburg

Telefon +49(0)71 41.18 64 00

info@schloss-ludwigsburg.de

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