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Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Freitag, 22. März 2019

Residenzschloss Ludwigsburg | Allgemeines

Wer aufmerksam durch den Schlossgarten oder im Favoritepark spazieren geht, sieht ihr typisches Flugbild: Die Wanderfalken sind wieder da. Im letzten Jahr hatten sie erstmals das Nistangebot auf dem Dach des Residenzschlosses angenommen und dort eine Brut von Jungvögeln aufgezogen. Seit einigen Wochen sind die Flugkünstler über dem Schloss wieder zu sehen – und die Anzeichen deuten jetzt darauf hin, dass sie auch wieder brüten.

WANDERFALKEN IM SCHLOSS

Fachleute beobachten ständig die gefährdeten Vögel. Sie konnten feststellen: Männchen und Weibchen sind jetzt nur noch äußerst selten zu zweit zu sehen. Gemeinsame Flüge finden nicht mehr statt. Für die Wanderfalkenkenner sind ziemlich sichere Anzeichen dafür, dass das Vogelpaar inzwischen fest brütet, denn dabei wechseln sich die beiden ab. Meist bebrütet die Eier aber das Weibchen. Mitte April könnten aus den Eiern Junge schlüpfen. Das Foto von dem fliegenden Falken zeigt wahrscheinlich das Weibchen der Schlossfalken, aufgenommen über dem Favoritepark. Aktuelle Aufnahmen zeigt jetzt das Internetportal der Staatlichen Schlösser und Gärten unter der Adresse www.schloss-ludwigsburg.de. 
 
ERSTMALS IM LETZTEN JAHR AUF DEM SCHLOSSDACH

Im letzten Frühjahr hatte ein Mitarbeiter des Blühenden Barock und sachkundiges Mitglied der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Ludwigsburg die Wanderfalken entdeckt. Bereits vor längerer Zeit hatten ehrenamtliche Mitarbeiter und Vogelschützer das Nistangebot an einer von unten kaum sichtbaren Stelle auf der Nordseite im Dach des Schlosses eingerichtet; es hatte aber einige Jahre gedauert, bis die Vögel den Platz akzeptierten. Wanderfalken sind eine rare Spezies: Vogelexperten zählen im ganzen Kreis Ludwigsburg gerade mal drei bis vier Wanderfalkenbrutpaare.

MONUMENTE ALS LEBENSRAUM FÜR BEDROHTE ARTEN

Natur- und Artenschutz gehört seit Jahren zu den Zielen der Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. Denn die großen historischen Anlagen des Landes sind Lebensraum für viele bedrohte und seltene Tier- und Pflanzenarten. So sind etwa die Mauern des Heidelberger Schlosses einer der wichtigsten Winterschlaforte für Fledermäuse in Nordbaden. Türme und Dächer viele Monumente bieten Nistplätze für bedrohte Vogelarten wie Wanderfalken. Die großen historischen Gärten sind mit ihrem oft Jahrhunderte alten Baumbestand Lebensraum für Insekten und Vögel und beherbergen über lange Zeit gewachsene Artengemeinschaften und Biotope.  
 
WANDERFALKEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG

 Wanderfalken waren über viele Jahre extrem bedroht: Sie wurden gezielt verfolgt durch Bejagung, Vergiftung und Zerstörung ihre Horste, Diebstahl von Vogeleiern und den anschließenden Verkauf der Jungtiere. Der massive Pestizideinsatz bis in die 1970er-Jahre führte bei den Vögeln zu so dünnen Eischalen, dass in vielen Gelegen die Eier zerbrachen. Durch intensiven Artenschutz, Umweltschutz und ein weitreichendes Verbot von DDT konnten sich die Bestände weltweit erholen. Gruppen wie die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz Baden-Württemberg sorgen für ihren Schutz. Heute gehört der Wanderfalke zu den besonders geschützten Vogelarten und gilt als selten, aber nicht bedroht: In Deutschland brüten 600-800 Paare; in Baden-Württemberg blieben die Bestandszahlen 20052009 konstant bei 260 bis 280 Brutpaaren. Mit einer Körperlänge von ca. 40 cm und einer Flügelspannweite von etwa einem Meter ist der Wanderfalke einer der größten Falken – und er ist der schnellste Vogel der Welt: Im Flug erreicht er Geschwindigkeiten über 300 km/h. Wanderfalken brüten in Felswänden, hohen Gebäuden oder Baumwipfeln. Das Weibchen legt im März drei bis vier Eier, die es ca. 32 Tage bebrütet.  
 
SERVICE UND INFORMATIONEN  
Residenzschloss Ludwigsburg 
Schlossstraße 30 
71634 Ludwigsburg 
Telefon +49 (0) 71 41 . 18 64 00
 info@schloss-ludwigsburg.de 

 

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