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Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Montag, 14. Oktober 2019

Residenzschloss Ludwigsburg | Führungen & Sonderführungen

21. Oktober 1744: Wilhelmine von Grävenitz stirbt in Berlin

Am 21. Oktober 1744, vor 275 Jahren, starb Wilhelmine von Grävenitz. 25 Jahre lang war sie die Mätresse des württembergischen Herzogs Eberhard Ludwig, der sie erst auf höchsten politischen Druck verließ. Um die Rolle „der Grävenitz“ ranken sich bis heute viele Legenden. Dass Herrscher außereheliche Liebschaften pflegten, war in Zeiten politisch arrangierter Ehen Standard. Dass eine solche Beziehung über ein Vierteljahrhundert hielt, ist eine württembergische Besonderheit. Nach dem Tod des Herzogs musste die Grävenitz das Land verlassen und verbrachte ihre letzten Jahre in Berlin.

EINE UNGEWÖHNLICHE LIEBESGESCHICHTE

Christina Wilhelmina von Grävenitz, 1685 in Mecklenburg geboren, kam 1706 an den württembergischen Hof: Der dreißigjährige Herzog war damals schon seit fast zehn Jahren mit der badischen Prinzessin Johanna Elisabetha verheiratet. Es war der Hofmarschall des Herzogs, der mit der jungen Frau seinen Einfluss auf Eberhard Ludwig ausbauen wollte. Der junge Herrscher verliebte sich so sehr, dass er sie trotz seiner bestehenden Ehe schon im Jahr darauf heiratete – zur „linken Hand“. Er wird gezwungen, die bigamistische Verbindung aufzulösen, Wilhelmine von Grävenitz wurde in die Schweiz verbannt – und der Herzog folgte ihr. Es brauchte viel Mühe, ihn zur Rückkehr in sein Land zu bewegen.

 

EINE ROLLE ALS REGIERENDE MÄTRESSE

1710 gelang es ihm, seine Geliebte an den Hof zurückzuholen. Sie übernahm zunehmend Schlüsselpositionen am Hof – für die nächsten 20 Jahre. Und sie tat dies fachkundig: Es ist überliefert, dass sie oft stundenlang Akten studierte. Tatsächlich gab es im 18. Jahrhundert an vielen Höfen die politisch ambitionierte Mätresse, die als Vertrauensperson des Herrschers Regierungsfunktionen übernahm. Dass der Reichtum der Mätresse durch die Gunst des Herzogs wuchs, machte den Ruf der „Landhofmeisterin“, so ihr Titel, im Land nicht besser. Ihr gehörte etwa ein prächtiges Palais in der Ludwigsburger Marstallstraße oder gar Schloss und Herrschaft Freudental.

 

DAS ENDE DER KARRIERE 

1731 sank ihr Stern: Der württembergische Thronfolger war gestorben, das Herzogspaar versöhnte sich nach jahrelanger Trennung notgedrungen. Eberhard Ludwig setzte sich in den Kopf, dass seine Geliebte ihn verhext habe und ließ sie verfolgen. Es gelang ihr, der politischen Verfolgung in Württemberg nicht nur zu entkommen, sondern sogar für den Besitz, den sie zurückließ, eine Entschädigung zu erhalten – ihr diplomatisches Geschick war nach wie vor groß. Das Geld ermöglichte ihr ein Leben im preußischen Berlin, bis sie im Jahr 1744 starb, elf Jahre nach Herzog Eberhard Ludwig.

 

 

EINE FÜHRUNG MIT DER GRÄFIN

Den Moment, als die Ehefrau des Herzogs, Johanna Elisabeth von Baden-Durlach, nach 25 Jahren endlich im Ludwigsburger Schloss einziehen darf, nimmt eine der besonderen Führungen der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zum Anlass: Was passierte nach der Abreise der Mätresse im Schloss? „Gräfin von Weidenbach“ empfängt am 13. und am 26. Oktober die Gäste und erzählt, dass sie als Vertraute der Herzogin jetzt das Schloss besichtigt, in dem jahrelang die Mätresse ihr Unwesen trieb. Sie erzählt vom Leben bei Hofe und von den skandalösen Ereignissen. Dabei greifen die Staatlichen Schlösser und Gärten die historische Situation auf und lassen sie im Erzählen der Botschafterin aus der Welt des 18. Jahrhunderts lebendig werden – ein spannendes Schlosserlebnis.

 

DAS 18.JAHRHUNDERT ERLEBEN
Wie man sich die Damen und Herren der Eberhard-Ludwigs-Zeit am Anfang des 18. Jahrhunderts vorstellen muss, das sieht man bei allen Schlossführungen auf den vielen Porträts in den Prunkräumen. Sie zeigen die Menschen der Zeit – und sind oft ganz erstaunlich nah und anrührend. Wie eine elegante Dame oder ein vornehmer Herr im 18. Jahrhundert gekleidet waren, das erlebt man ganz direkt bei einem Besuch im Modemuseum. Es zeigt anhand von Mode und Kleidung, wie Menschen lebten. Besonders eindrucksvoll sind die kostbaren Bestände aus dem 18. Jahrhundert, als Schloss Ludwigsburg seine Glanzzeit hatte.

 

SERVICE UND INFORMATION

MUSEUM

Modemuseum im Residenzschloss

Öffnungszeiten

Täglich 10 bis 17 Uhr.

Ab 16. November Winteröffnungszeiten: montags geschlossen

 

SONDERFÜHRUNGEN

Etiquette und Intrigen

Mit Gräfin Weidenbach durchs Schloss

Sonderführung mit Kerstin Frisch

Termine

Samstag, 26. Oktober 2019, 15:30 Uhr

Sonntag, 10. November 2019, 11:00 Uhr;

TREFFPUNKT UND KARTENVERKAUF

Schlosskasse Residenzschloss

 

INFORMATION UND ANMELDUNG (erforderlich)

Residenzschloss Ludwigsburg

Schlossstraße 30

71634 Ludwigsburg

Telefon +49 (0) 71 41 . 18 64 00

info@schloss-ludwigsburg.de

Download und Bilder

Bildnachweis

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ralf Cohen

Technische Daten

JPG, 2600x3445 Pxl, 1 dpi, 1.01 MB