Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands
Residenzschloss Ludwigsburg

Mittwoch, 8. Januar 2020

Residenzschloss Ludwigsburg | Allgemeines LUDWIGSBURGER PRUNKUHR IN WINDSOR

Bei der Weihnachtsansprache der Queen entdeckt: In Windsor Castle steht eine kostbare Prunkuhr, die auch zur Ausstattung im Residenzschloss Ludwigsburg gehört. Die Königswohnungen im Neuen Hauptbau von Schloss Ludwigsburg werden aktuell saniert und restauriert und exakt nach den historischen Dokumenten wiedereingerichtet, eines der wichtigsten Projekte der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und ganz sicher aktuell die größte Restaurierungs- und Sanierungsaufgabe. Und obwohl das Projekt schon seit einigen Jahren läuft, ist es doch immer wieder auch im Alltag für Überraschungen gut.

Kostbarer Geschmack über Grenzen: Windsor Castle und Württemberg

Bei der Weihnachtsansprache der Queen entdeckt: In Windsor Castle steht eine kostbare Prunkuhr, die auch zur Ausstattung im Residenzschloss Ludwigsburg gehört. Die Königswohnungen im Neuen Hauptbau von Schloss Ludwigsburg werden aktuell saniert und restauriert und exakt nach den historischen Dokumenten wiedereingerichtet, eines der wichtigsten Projekte der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und ganz sicher aktuell die größte Restaurierungs- und Sanierungsaufgabe. Und obwohl das Projekt schon seit einigen Jahren läuft, ist es doch immer wieder auch im Alltag für Überraschungen gut.

 

EINE VERGOLDETE KAMINUHR IN WINDSOR CASTLE

Dr. Patricia Peschel, die das Riesenprojekt als Oberkonservatorin wissenschaftlich leitet, erlebte ihren Überraschungsmoment vor dem Fernseher an den Feiertagen. Zufällig sah die Kunsthistorikerin einen Bericht über die Weihnachtsansprache der Queen. Die britische Monarchin saß bei der jährlichen Rede an die Nation vor dem prachtvollen Marmorkamin im Grünen Zimmer von Windsor Castle. Patricia Peschel entdeckte mit kundigem Blick auf dem Kaminsims hinter Elizabeth II. eine Uhr, die sie aus Schloss Ludwigsburg kannte: „Wir wissen natürlich, dass es von vielen württembergischen Ausstattungsstücken Entsprechungen in den wichtigen Residenzen in Europa gibt. Wenn man dann zufällig an den Feiertagen im Fernsehen darauf stößt, freut man sich aber besonders!“

 

EINE GESCHICHTE AUS DEM RAUB DER SABINERINNEN
Es handelt sich um eine Kaminuhr mit der Darstellung einer antiken römischen Geschichte: Zu sehen ist eine Episode aus dem Krieg zwischen den Römern und den Sabinern. Die luxuriöse Kaminuhr aus vergoldeter Bronze auf einem Marmorsockel entstand um 1810; ihr Schöpfer ist Philippe Thomire in Paris, der solche kostbaren Einrichtungsstücke herstellte und verkaufte. Das Exemplar, das in Ludwigsburg steht, stammt aus dem Neuen Schloss Stuttgart. Unter den Königen Friedrich I. und seinem Nachfolger Wilhelm I. von Württemberg war sie im sogenannten „Gelben Assembleezimmer“ aufgestellt, einem repräsentativen Empfangsraum im Mitteltrakt des Stuttgarter Schlosses, gelegen links vom Marmorsaal. Im zeitgenössischen württembergischen Schlossinventar lautet die Beschreibung: „1. grosser ganz vergoldeter Pendule mit Figuren welche eine Scene aus dem Krieg der Römer mit den Sabinern vorstellt.“

 

EIN GESCHENK AN DEN KÖNIG?
Dr. Patricia Peschel hat inzwischen auch die Details zur Geschichte der beiden Uhren nachgeprüft: „Die Uhr, die hinter der Queen zu sehen ist, wurde 1812 vom britischen König Georg IV. gekauft; die Uhr in unserem Besitz wurde wohl 1811 oder 1812 von König Friedrich I. gekauft oder ihm geschenkt: Wir finden den Nachweis ab 1812 in seinem Privatinventar.“ Und sie ergänzt: „Für solche Stücke für Schlossausstattungen war seinerzeit Philippe Thomire der führende Händler. Der europäische Hochadel kaufte bei diesem begehrten Händler in Paris.“

 

IMPERIALE PRACHT IN DEN WÜRTTEMBERGISCHEN SCHLÖSSERN
Dass Exemplare der kostbaren Uhr sowohl zur Ausstattung in Windsor Castle als auch zu der der württembergischen Residenz gehörten – das ist kein Zufall. Friedrich, der erste König von Württemberg, war mit Charlotte Mathilde, einer britischen Königstochter, verheiratet. Um 1800 betrieb das württembergische Herrscherhaus die Modernisierung der Hauptresidenz in Stuttgart und der Sommerresidenz in Ludwigsburg. Dabei orientierte man sich, immer im Blick auf den Aufstieg zur Königswürde, an den bedeutendsten Schlössern der Zeit. Man blickte auf die Schlösser des französischen Kaisers, des britischen Königs und der russischen Zaren – und orientierte sich im Niveau an der europäischen Spitze. Auch das ist eine Erkenntnis der aktuellen Arbeit der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg: „Wir erkennen immer mehr, wie imperial die württembergischen Schlossausstattungen um 1800 waren, in Ludwigsburg, aber vor allem auch im Neuen Schloss in Stuttgart“, erklärt Oberkonservatorin Dr. Patricia Peschel. Für 2023 ist die Wiedereröffnung der Königswohnungen in Schloss Ludwigsburg geplant – dann wieder in exakt dem Zustand, wie sie vom ersten württembergischen Königspaar am Beginn des 19. Jahrhunderts eingerichtet worden waren.

 

INFORMATIONEN

Residenzschloss Ludwigsburg

Schlossstraße 30

71634 Ludwigsburg

071 41.18 64 00

info@schloss-ludwigsburg.de 

www.schloss-ludwigsburg.de 

www.schloesser-und-gaerten.de 

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