Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Ein Porträt König Friedrichs I. als Kronprinz vor 1797; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger
Herrschen mit Stil

Friedrich I.

von Württemberg

Der erste König von Württemberg war ein machtbewusster Herrscher. Friedrich (1754–1816) gelang es in Verhandlungen mit Kaiser Napoleon, sein Herrschaftsgebiet deutlich zu vergrößern und eine Rangerhöhung zu erreichen: vom Herzog zum Kurfürsten und schließlich sogar zum König.

Büste Napoleons aus Biskuitporzellan im Neuen Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg, um 1810; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Napoleon ist noch heute in Ludwigsburg präsent.

Weshalb kam Napoleon nach Ludwigsburg?

Kaiser Napoleon hatte es nicht leicht, den standesbewussten württembergischen Kurfürsten zu einem Bündnis zu überreden. So kam es zu einem persönlichen Besuch des französischen Kaisers in Schloss Ludwigsburg im Oktober 1805: Er wurde mit allen Ehren empfangen, gemeinsam gespeist wurde im Ahnensaal. Nach diesem Treffen trat Friedrich als letzter süddeutscher Fürst dem Rheinbund bei. Friedrich stieg zum König auf, doch der Preis war hoch: Die militärische Allianz mit Frankreich kostete allein beim Russlandfeldzug im Jahr 1812 über 15.000 Württemberger das Leben.

Wappen Friedrichs I. mit Krone am Giebel des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Ein Zeichen für den königlichen Rang.

Was wäre ein König ohne Krone?

Mit einem großen Festakt in Stuttgart feierte Friedrich am 1. Januar 1806 die Annahme der Königswürde. Das neue Königreich Württemberg, das er mit strenger Hand regierte, umfasste nahezu die doppelte Fläche wie vor seinem Regierungsantritt. König Friedrich I. gestaltete nicht nur das Landeswappen neu, sondern ließ auch in seinen Schlössern an vielen Stellen eine Krone anbringen – ein für alle sichtbares Zeichen seiner Rangerhöhung.

Königliches Audienzzimmer im Residenzschloss Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Das königliche Audienzzimmer mit Thron.

Wie wurde das Schloss zur königlichen Residenz?

Zur Demonstration seiner neuen Macht ließ König Friedrich I. die Stuttgarter Residenz erneuern. Aber auch das Ludwigsburger Schloss, das dem Königspaar als Sommerresidenz diente, wurde zwischen 1803 und 1814 umgestaltet: Die Wohnräume im Neuen Hauptbau, der Marmorsaal, der Ordenssaal und das Schlosstheater erhielten eine neue Ausstattung im klassizistischen Stil. Beeindruckend ist das bis heute erhaltene Ensemble von Thron und Baldachin im Audienzzimmer. Hier nahm der König die Huldigung seiner Untertanen entgegen.

Porträt König Friedrichs I. von Johann Baptist Seele von 1806; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Seine Körpergröße ist legendär.

Wie dick war der „dicke Friedrich“ tatsächlich?

Legendär sind Körpergröße und Leibesumfang von König Friedrich I. Um seine üppigen Essgewohnheiten ranken sich zahlreiche Anekdoten. Kaiser Napoleon soll sogar über ihn gesagt haben, er sei der lebende Beweis dafür, wie weit sich die menschliche Haut ausdehnen könne. Nicht nur die Porträts des Herrschers, sondern auch das königliche Bett mit 2,20 Metern Länge vermitteln einen Eindruck von Friedrichs „Größe“ – er soll knapp 2 Meter groß gewesen sein.

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