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Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands
Residenzschloss Ludwigsburg
Luftansicht des Residenzschlosses Ludwigsburg

Von beeindruckender StabilitätDie Dächer

Sie bilden den krönenden Abschluss der prächtigen Architektur von Schloss Ludwigsburg: die Dächer mit ihrer geschwungenen Silhouette und den unzähligen handgeformten Biberschwanzziegeln. Ihre komplizierte Konstruktion zeugt von der Meisterschaft des barocken Zimmerhandwerks.

Neuer Hauptbau mit Mansarddächern, Residenzschloss Ludwigsburg

Die Mansarddächer boten zusätzlichen Wohnraum.

Von Frankreich inspiriert

Die Form der Ludwigsburger Dächer folgt dem französischen Vorbild des Mansarddachs. In Deutschland ist diese Dachgestaltung erstmals 1670 auf einem Entwurf für Schloss Mannheim nachweisbar. Gegenüber dem durchgehenden Satteldach hatte die Konstruktion mit dem kürzeren Dachfirst den Vorteil, dass man wesentlich kürzere Balken verwenden konnte. So war die Beschaffung des erforderlichen Bauholzes einfacher und billiger. Außerdem entstand im unteren Dachbereich zusätzlicher Wohnraum für das Dienstpersonal.

Dachboden des Pavillons auf dem Alten Hauptbau mit Uhrwerk aus der Klosterkirche Zwiefalten

Dachboden mit Uhrwerk aus der Klosterkirche Zwiefalten.

Hölzernes Gehäuse für ein gigantisches Uhrwerk

Besonders beeindruckend ist das Dach auf dem Alten Hauptbau. 1719 setzte Architekt Frisoni auf das Gebäude einen Pavillon mit Mansarddach, da das ursprüngliche Flachdach undicht war. Im Innern befindet sich das großartige, unversehrt erhaltene ehemalige Uhrwerk der barocken Klosterkirche von Zwiefalten. 1809 hatte König Friedrich I. befohlen, es nach Schoss Ludwigsburg zu bringen und einzubauen.

Alter Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg

Ein Pavillon mit Mansarddach bekrönt den Alten Hauptbau.

Neuer Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg

Die Dachlandschaft des Schlosses.

Raffinierte Konstruktion und handwerkliche Unikate

Eine technische Meisterleistung ist die Dachkonstruktion über dem Marmorsaal im Zentrum des Neuen Hauptbaus. Das Gebälk ist freitragend, das heißt: Über die ganze große Fläche ruht das Dach ohne Stützen nur am Rand auf den Begrenzungsmauern. Obendrein musste die Dachkonstruktion ursprünglich noch die große Last der barocken Stuckdecke im Marmorsaal halten. Damit nicht genug: Die Form des Daches folgt dem ovalen Grundriss des Saales. Jedes Element der Dachstuhlkonstruktion musste einzeln geplant werden.