Dienstag, 7. Juni 2022

Residenzschloss Ludwigsburg | Führungen & Sonderführungen Herzog Eberhard Ludwig und die berühmteste Mätresse Württembergs

Im Themenjahr „Liebe, Lust, Leidenschaft“ der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg darf die Geschichte eines besonderen Paares nicht fehlen: die Herzog Eberhard Ludwigs von Württemberg und seiner Mätresse Wilhelmine von Grävenitz. Dieser großen Liebe – und dem damit verbundenen Herzschmerz – widmete der Herzog das Junozimmer im Residenzschloss Ludwigsburg. Es kann bis heute besichtigt werden.

MÄTRESSEN IM BAROCKSCHLOSS

Dass hinter prunkvollen Schlossfassaden nicht nur sittliches und friedliches Leben geführt wurde, wissen die meisten Schlossbesucherinnen und -besucher. So mancher König, Fürst oder Herzog hatte – neben seiner Ehefrau – mehr als eine Geliebte und vertrieb sich mit ihnen die Zeit. Das gilt auch für die Hofgesellschaft im Residenzschloss Ludwigsburg, einem der größten im Original erhaltenen barocken Bauwerke in Europa. Hausherr Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg etwa fühlte sich besonders zu Wilhelmine von Grävenitz hingezogen. Für die Geschichte der beiden steht vor allem das Junozimmer des Barockschlosses, das bei einer Schlossführung besichtigt werden kann.

 

EINE LEIDENSCHAFTLICHE BEZIEHUNG

Als Wilhelmine von Grävenitz 1706 nach Stuttgart kam, war Herzog Eberhard Ludwig bereits mit Herzogin Johanna Elisabetha, Prinzessin von Baden-Durlach, verheiratet. Diese Ehe war aus politischen Gründen geschlossen worden, nicht aus Liebe. Der Herzog lehnte die Verbindung von Beginn an ab. In Wilhelmine, so heißt es, habe er sich jedoch leidenschaftlich verliebt. Die beiden genossen ihr Leben in Ludwigsburg, während die Ehefrau des Herzogs in Stuttgart lebte. Eberhard Ludwig wollte seine Geliebte auch für die Zeit nach seinem Tod absichern und heiratete sie, obwohl er noch mit Johanna Elisabetha verheiratet war. Bevölkerung, Landstände und Kaiser protestierten. Am 17. Juni 1708 wurde die Zweitehe schließlich für ungültig erklärt. Wilhelmine musste das Land verlassen. Allerdings nur für kurze Zeit. Durch eine Scheinehe mit Herrn von Würben, der zum Obersthofmeister ernannt wurde, kam Wilhelmine als Frau von Würben nach Ludwigsburg zurück. Als Obersthofmeisterin hatte sie, nach der Herzogin, den höchsten Rang bei Hofe inne. Ende der 1720er Jahre löste der Herzog die Beziehung jedoch endgültig auf. Er wusste, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Da es keinen Thronfolger gab, versöhnte sich Eberhard Ludwig mit seiner Ehefrau. Ein legitimer Thronfolger wurde jedoch nicht geboren. Wilhelmine von Grävenitz aber ist bis heute – auch wegen ihres großen politischen Einflusses – die berühmteste Mätresse Württembergs.

 

DAS JUNOZIMMER

Der beste Ort, um sich an die Geschichte von Herzog Eberhard Ludwig und Wilhelmine von Grävenitz zu erinnern, ist das Junozimmer im Residenzschloss Ludwigsburg. Es ist bekannt für sein Deckengemälde, das der Herzog nach der Scheidung von Wilhelmine und ihrer kurzfristigen Abwesenheit vom Württembergischen Hofes gestalten ließ. Das Deckenfresko ist typisch Barock. Es soll das Innenleben des Herzogs widerspiegeln: seine Trauer und seinen Kummer darüber, dass Wilhelmine ihn verlassen musste. Die Beiszenen des Gemäldes zeigen unglückliche Liebesgeschichten von Orpheus und Eurydike, Dido und Aeneas, Pyramus und Thisbe und Hero und Leander. Das Junozimmer ist das Vorzimmer von Eberhard Ludwigs Appartement. Es ist Teil der täglich stattfindenden Führung „Herzog“ durch das Barockschloss.

 

SONDERFÜHRUNG IM THEMENJAHR

Doch nicht nur die Standardführung widmet sich dem Hofleben unter Herzog Eberhard Ludwig. Detaillierte Einblicke in die Rolle der Mätresse im Allgemeinen und besonders am württembergischen Hof bietet die Sonderführung „Mythos Mätresse“ am 12. Juni um 11.30 Uhr und am 27. August um 15.00 Uhr. Der Rundgang durch das Residenzschloss Ludwigsburg führt zu den Orten, an denen die Mätressen der württembergischen Regenten lebten und wirkten.

 

SERVICE UND INFORMATION

SONDERFÜHRUNG

Sonntag, 12. Juni 2022, 11.30 Uhr

Mythos Mätresse

Geliebte oder Karrierefrau?

 

WEITERER TERMIN

Samstag, 27. August 2022, 15.00 Uhr

 

PREIS

Erwachsene 11,00 €

Ermäßigte 5,50 €

 

DAUER

1,5 Stunden

 

TEILNEHMERZAHL

Maximal 25 Personen

 

INFORMATION UND ANMELDUNG

Besucherzentrum Residenzschloss Ludwigsburg

Telefon +49(0)71 41.18 64 00

info@schloss-ludwigsburg.de

 

TREFFPUNKT UND KARTENVERKAUF

Schlosskasse

 

HINWEIS

Trittsicherheit erforderlich.

 

ÖFFNUNGSZEITEN

15. März bis 15. November

Mo – So, Feiertage 10.00 – 17.00 Uhr

 

PREISE

Erwachsene 8,50 €

Ermäßigte 4,30 €

Familien 21,30 €

Inklusive Führung „Herzog“ oder „Herzogin“

 

BESUCHSHINWEIS

Es besteht keine Maskenpflicht. Die Maske ist ein effizientes Mittel, um sich und andere vor Infektionen zu schützen. Gerade in Innenräumen ist sonst die Ansteckungsgefahr hoch. Deshalb wird das Tragen von Masken empfohlen.

 

KONTAKT

Residenzschloss Ludwigsburg

Schlossstraße 30

71634 Ludwigsburg

Telefon +49(0)71 41.18 64 00

info@schloss-ludwigsburg.de

www.schloss-ludwigsburg.de

www.schloesser-und-gaerten.de

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