Untersuchung zeigt verändertes Anreiseverhalten der Gäste
Die Schlossverwaltung Ludwigsburg arbeitet seit vielen Jahren mit der Hochschule für Finanzen und Verwaltung Ludwigsburg zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation entstehen regelmäßig gemeinsame Projekte zu aktuellen Fragestellungen aus Kulturmanagement, Verwaltung und Besucherforschung. Ziel ist es, neue Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen zu gewinnen und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Angeboten und Serviceleistungen zu erhalten. Ein aktuelles Fachprojekt im Bereich „Public Financial Management 2025“ widmete sich nun dem Anreiseverhalten der Gäste des Residenzschlosses Ludwigsburg in den vergangenen Jahren. Die Ergebnisse zeigen: Viele Besucherinnen und Besucher reisen heute individueller an und nutzen verstärkt Angebote des öffentlichen Nahverkehrs. Grundlage der Auswertung ist eine Besucher- und Unternehmensbefragung im Umfeld des Residenzschlosses Ludwigsburg, welche in enger Abstimmung mit der Schlossverwaltung durchgeführt wurde. Ergänzend wurden Busunternehmen zu ihren Erfahrungen und Erwartungen befragt. Die Untersuchung sollte aufzeigen, welche Faktoren für die Planung von Gruppenreisen wichtig sind und welche Informationen sich Besucherinnen und Besucher sowie Reiseveranstalter wünschen. „Die Zusammenarbeit mit der Hochschule ist für uns seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein“, sagt Stephan Hurst, Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg. „Die Studierenden bringen neue Perspektiven ein und beschäftigen sich mit Fragestellungen, die für unsere tägliche Arbeit von großer Bedeutung sind. Besonders wertvoll ist für uns die Frage, welche Erwartungen und Wünsche unsere Gäste an einen Besuch im Residenzschloss Ludwigsburg haben. Die Ergebnisse solcher Projekte liefern wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Angebote.“
Deutschlandticket verändert Mobilitätsverhalten
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die veränderte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel seit der Einführung des Deutschlandtickets. Die Projektgruppe kommt zu dem Schluss, dass bundesweit gültige und unkompliziert nutzbare Nahverkehrsangebote die individuelle Anreise deutlich attraktiver gemacht haben.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Landkreis Ludwigsburg: Laut der präsentierten Zahlen besitzen dort inzwischen rund 27 Prozent der Abonnentinnen und Abonnenten ein Deutschlandticket. Gleichzeitig verweist die Untersuchung auf eine Zunahme der Deutschlandticket-Abonnements um rund 95 Prozent seit der Einführung des Angebots. In der Ergebnispräsentation wird zudem festgehalten, dass insbesondere die bundesweite Gültigkeit und die vereinfachte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs die individuelle Anreise erleichtern. Linienbusse, S-Bahn- und Regionalverkehr seien dadurch für viele Besucherinnen und Besucher attraktiver geworden – auch aufgrund der guten Verkehrsanbindung des Residenzschlosses Ludwigsburg.
Reisebus bleibt Teil des Kulturtourismus
Trotz der zunehmenden Individualisierung bleibt der Reisebus weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Kulturtourismus. Die befragten Busunternehmen gaben an, dass die Nachfrage nach Busreisen grundsätzlich nicht zurückgegangen sei. Gleichzeitig nannten sie veränderte Rahmenbedingungen und neue Erwartungen der Gäste. Dazu zählen etwa klare Informationen zur Anreise und flexible Angebote. Stephan Hurst, Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg, erklärt: „Die Zufriedenheit unserer Gäste liegt uns ganz besonders am Herzen. Wichtig ist, dass wir unsere Gäste verstehen, damit wir auf deren Bedürfnisse und Wünsche reagieren können.“ Die Projektgruppe untersuchte zudem die Internetauftritte anderer Schlösser und Kulturinstitutionen. Besonders hilfreich seien dort Hinweise zu Busparkplätzen, Sanitäranlagen und Anfahrten. Auch diese Erkenntnisse sollen in zukünftige Überlegungen zur Besucherkommunikation einfließen. Professor Michael Grau, Prodekan der Hochschule für Finanzen und Verwaltung Ludwigsburg, erzählt: „Kooperationsprojekte wie diese verbinden wissenschaftliche Analyse mit konkreten Fragestellungen aus der Praxis. Gerade im Kulturbereich ist es wichtig, Entwicklungen im Besucherverhalten frühzeitig wahrzunehmen und auszuwerten.“
Kulturorte müssen unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen
Die Untersuchung macht deutlich, dass sich Mobilitätsgewohnheiten und Erwartungen der Gäste verändern. Während einige Besucherinnen und Besucher gezielt organisierte Gruppenangebote nutzen, bevorzugen andere flexible und individuell planbare Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Kulturinstitutionen bedeutet dies, unterschiedliche Bedürfnisse stärker mitzudenken und Informationen möglichst niederschwellig bereitzustellen.
Die Ergebnisse des Fachprojekts sollen Anregungen dafür liefern, wie kulturelle Einrichtungen ihre Kommunikation und Serviceangebote für Gruppenreisen weiterentwickeln können. Für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sind solche Untersuchungen eine wichtige Möglichkeit, Rückmeldungen aus unterschiedlichen Zielgruppen zu erhalten und die Besucherorientierung kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die langjährige Zusammenarbeit mit der Hochschule schafft hierfür einen wertvollen Rahmen und verbindet wissenschaftliche Analyse mit praktischen Fragestellungen aus dem Kulturbetrieb.
Service und Information
Besucherbefragung im Residenzschloss Ludwigsburg
Fachprojekt „Schlösser & Gärten – Public Management 2025“
Klassische Schlossführung
Mo – So, feiertags 10.00 – 17.00 Uhr, Führungen halbstündlich
Preise für klassische Führungen
Erwachsene 10,00 €
Ermäßigte 5,00 €
Familie 25,00 €
Öffnungszeiten
Residenzschloss Ludwigsburg
Die Innenräume sind in der Regel nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
Keramik- und Modemuseum
Sa, So, feiertags 10.00 – 17.00 Uhr
Kontakt
Residenzschloss Ludwigsburg
Schlossstraße 30
71634 Ludwigsburg
Telefon +49 (0) 71 41.18 64 00
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