Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Residenzschloss Ludwigsburg, Alter Hauptbau und Küchenbau; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende
Kochen, braten, backen

Der Küchenbau

Im Residenzschloss haben sich die Räume erhalten, in denen einst für die herrschaftliche Tafel gekocht, gebraten und gebacken wurde. Der sogenannte Küchenbau und die anschließenden Gebäude werden heute für andere Zwecke genutzt, dennoch vermitteln sie einen Eindruck vom Alltag am Hofe.

Residenzschloss Ludwigsburg, Küchenbau; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende.

Der Küchenbau liegt im Westen des Schlosses.

Sicherheit und Komfort

Westlich vom Hauptgebäude des Residenzschlosses befinden sich mehrere Wirtschaftsgebäude. Der Abstand zum Schloss verhinderte, dass die Herrschaft von Rauch oder Essensgerüchen gestört wurde. Zudem blieben die Warenanlieferung und die Arbeit des Küchenpersonals verborgen. Vor allem minderte die Verlegung der offenen Feuerstellen in Nebengebäude die Gefahr eines Schlossbrands. Die Hofkonditorei lag deshalb im Erdgeschoss des Festinbaus, der nur durch eine Galerie mit dem Schloss verbunden ist.

Residenzschloss Ludwigsburg, Küchenbau; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Eva Kobelt

Hier wurden die Speisen für den Hof zubereitet.

Der Küchenbau

Gekocht wurde im zweigeschossigen Küchenbau. Durch einen Eingang mit Arkadenbögen betritt man den bis ins Dachgeschoss reichenden Hauptraum. Hier köchelten einst auf sieben Herdstellen die Speisen für die Schlossbewohner. In den anschließenden Zimmern gab es eine Backkammer mit Backöfen und eine Metzgerei. In mehreren Vorratsräumen wurden Zutaten gelagert, beispielsweise Äpfel im Kellergewölbe. Die Wohnungen für das Küchenpersonal lagen in der ersten Etage und im Dachgeschoss.

Residenzschloss Ludwigsburg, Karpfen im Schlossbrunnen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schlossverwaltung Ludwigsburg

In den Wasserbecken wurden Fische gezüchtet.

Hofeigene Fischzucht

In den drei Wasserbecken des Fischhauses wurden Speisefische gehalten. Die Nähe zur Küche garantierte eine fangfrische Zubereitung. Die Tiere für die königliche Tafel wurden in den Wasserbassins und Teichen der ausgedehnten Parkanlage des Schlosses gezüchtet. Aus einer Rechnung von 1816 geht hervor, dass 31 verschiedene Sorten auf den Tellern der Hofgesellschaft landeten, darunter Kabeljau, Bücklinge, Sardellen, Aale und Thunfisch. Auch andere Wassertiere wie Krebse und Austern galten als Delikatessen.

Kostümierter vor Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Michael Fuchs

Nicht nur Zeitvertreib: Jagen trug zur Versorgung bei.

Versorgung des Hofes mit Fleisch

Die Eier, die täglich in der Hofküche gebraucht wurden, kamen aus dem Hühnerhaus. Der schlichte Bau mit Walmdach ist symmetrisch zum Fischhaus angelegt. Bei der Geflügelhaltung, beim Fleisch und vor allem beim Wild versorgte sich der Hof zum Großteil selbst. König Friedrich hatte eine ausgeprägte Jagdleidenschaft. Im April 1816 beispielsweise konnte die Küchenverwaltung über 2.770 Stück Rotwild, 302 Stück Schwarzwild und fünf Hasen verfügen.

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