Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Blick auf den Altar in der Schlosskapelle des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth
Weltliche Pracht zu Ehren Gottes

Die Schlosskapelle

Für eine evangelische Kirche ist der Schmuck der Ludwigsburger Schlosskapelle ungewöhnlich reich ausgefallen. Sie zählt zu den prachtvollsten und künstlerisch bedeutendsten Räumen des Schlosses und ist fast vollkommen im Zustand der Erbauungszeit erhalten geblieben.

Kupferstich der Hofkapelle um 1727; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Zeitgenössische Darstellung der Schlosskapelle.

Ein fürstliches Gotteshaus mit Familiengruft

Mit der Schlosskapelle wurde bereits 1716 begonnen. Die grandiose Ausstattung weist darauf hin, dass das Ludwigsburger Schloss bald Hauptresidenz werden sollte. Im protestantischen Württemberg gibt es kein vergleichbar prunkvoll ausgestattetes Gotteshaus. Unter der Kirche ließ der Herzog eine Gruft für die fürstliche Familie einrichten. Dort befinden sich die Särge von Herzog Eberhard Ludwig, Herzog Carl Eugen, König Friedrich I. und von vielen weiteren Mitgliedern des Hauses Württemberg.

Die Herzogsloge in der Schlosskapelle des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Die herzogliche Loge in der Schlosskapelle.

Logenplatz für den Gottesdienst

Der italienische Architekt Donato Giuseppe Frisoni schuf traditionsbewusst einen Zentralbau, also einen Kirchenraum, der sich nicht in die Länge erstreckt, sondern von einem Kreis umschrieben werden kann. Damit folgte er der Tradition der großen Grabkirchen seit der Antike. Von den herzoglichen Wohnräumen konnte die Herrscherfamilie direkt in die Herzogsloge der zweigeschossigen Kapelle gelangen. Die Mitglieder des Hofstaates nahmen ihre Plätze auf den seitlichen Emporen ein.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde in der Schlosskapelle des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Das imposante Deckengemälde „Die Verherrlichung der Heiligen Dreifaltigkeit“ von Carlo Carlone schmückt die Mittelkuppel der Schlosskapelle.

Blick zur Orgelempore in der Schlosskapelle des Residenzschlosses Ludwigsburg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Die Pracht der Kapelle diente beiden Konfessionen.

Gotteshaus mit wechselnder Konfession

Die Schlosskapelle wechselte die Konfession – je nachdem, ob der Herrscher evangelisch oder katholisch war. Vom evangelischen Herzog Eberhard Ludwig als protestantisches Gotteshaus errichtet, wurde sie unter den katholischen Herrschern Carl Alexander und Carl Eugen katholisch. König Friedrich I. richtete die Schlosskapelle ab 1798 erneut für den evangelischen Gottesdienst ein. Dafür ließ er die Kanzel und Orgel aus der Kapelle im Ordensbau dorthin versetzen. Heute wird die Schlosskapelle wieder katholisch genutzt.

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