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Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Schloss Versailles als Vorbild für Luxus; Foto: Wikipedia, gemeinfrei
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Die Reisen nach Paris

Paris und das königliche Schloss in Versailles galten in ganz Europa als Zentrum des guten Geschmacks. Wer es sich leisten konnte, bezog Luxusgüter aus Paris, um die eigenen Schlösser auszustatten. Sein Interesse an Sehenswürdigkeiten und Einkäufen führten Herzog Carl Eugen fünfmal nach Paris.

Aquarell des Palais Royal, nach 1780; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Das Palais Royal im 18. Jahrhundert.

Herzogliches Sightseeing

Zum ersten Mal reiste Carl Eugen 1748 nach Paris: frisch verheiratet mit Elisabeth Friederike von Brandburg-Bayreuth. Im Laufe seines Lebens besuchte er die Stadt vier weitere Male, begleitet von seiner Lebensgefährtin Franziska von Hohenheim. Bei ihren Besuchen absolvierten sie täglich ein dichtes Besichtigungsprogramm. Sehenswürdigkeiten, militärische Einrichtungen und vor allem Buchhandlungen begutachtete Carl Eugen mit großem Interesse. Abends traf man sich am Palais Royal, dem Promenadenplatz und Vergnügungsort in Paris, oder besuchte das Theater.

Schreibschrank aus Paris, um 1770/75; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ralf Cohen

Schreibschrank von René Dubois im Carl Eugen Appartement.

Anregungen zur Möblierung

Inspiration für die Ausstattung der Schlösser in Württemberg sammelte Carl Eugen bei zahlreichen Besuchen von Geschäften. Silbergeschirr, Stoffe, Porzellan und Möbel – alles schien in der Stadt der französischen Könige prunkvoller und prachtvoller zu sein. Viele Stücke kaufte er für sein Residenzschloss in Ludwigsburg. Durch die Besichtigung von Werkstätten wie der berühmten Gobelinmanufaktur zeigte Carl Eugen nicht nur sein Interesse an den Produkten selbst, sondern zusätzlich auch an deren Herstellung.

Der Herzog auf Reisen

Über seine letzten drei Paris-Reisen berichtete der Herzog lebhaft in eigenhändig verfassten Tagebüchern. Darin nannte er Reiseziele, beschrieb Tagesabläufe und zählte detailliert Ausgaben für Übernachtungen und Einkäufe auf. Im Februar 1787 reiste der Herzog nach Paris und schrieb dazu: „Meinen Geburtstag wollte Ich nicht in Stuttgart zubringen, meine etwas wanckende Gesundheit forderte Lufftveränderung, dazu kame die Begierde, im Bauweeßen sowohl alß besonders in Verzierungen und Meublierungen etwas neues zu sehen, alles dießes zusammen genommen brachte mich auff den Entschluß, eine Rayße von drey Wochen vorzunehmen. Ich zoge die Herzogin, meine liebe Frau, zu Rath und Wir wurden gar bald schlüssig, das Paris der beste Orth dazu sein würde.“

Karte von Paris aus dem Jahr 1770; Foto: Nicolai´sche Sammlung

Schon um 1770 war Paris eine Großstadt: In der Karte ist das Stadtzentren mit den angrenzenden Vororten dargestellt.

Porträt von Herzog Carl Eugen von Württemberg, um 1760; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Der Herzog als Staatsmann und Feingeist.

Ein Agent für seine Geschäfte

Während seines Paris-Aufenthaltes lernte Herzog Carl Eugen den Bankier Etienne Sollicoffre kennen. Noch nach seiner Abreise unterhielt der Herzog einen regen Briefkontakt mit ihm. Zwar konnte Carl Eugen nicht selbst jedes Jahr nach Paris reisen, aber durch seine Bekanntschaft mit dem Bankier war er stets gut informiert. Ab 1776 agierte Sollicoffre in Paris als Agent für den Herzog und tätigte immer wieder dessen Einkäufe.