Residenzschloss Ludwigsburg, Spieltisch Rokoko

VERGNÜGEN AM HOFLEIDENSCHAFTLICHE SPIELER

Gesellschaftsspiele versüßten dem Herzog und seinem Hofstaat den Tag. Den Damen und Herren stand eine große Auswahl an Brett- und Kartenspielen zur Verfügung. Gespielt wurde in eigens eingerichteten Zimmern auf edlen Spieltischen. Die Hofgesellschaft spielte mit Begeisterung – und vergaß gerne die Zeit.

Residenzschloss Ludwigsburg, Spielpavillon

Der Spielpavillon von Residenzschloss Ludwigsburg bietet herrliche Ausblicke.

HÖFISCHER ZEITVERTREIB

Langeweile war bei Herzog Eberhard Ludwig und seinem Hof in Ludwigsburg verpönt. Die edlen Damen und Herren vergnügten sich gerne im Spielpavillon bei Glücksspielen, Kartenspielen, Brettspielen oder Geschicklichkeitsspielen. Vom Hauptsaal gehen vier Eckzimmer ab, die mit kleinen Spieltischen ausgestattet waren. Die höfische Gesellschaft spielte auch um Geld. Unter Herzog Carl Eugen durfte sich jedoch niemand um Kopf und Kragen spielen: An seinen Spieltischen lag der Höchsteinsatz bei 12 Kreuzer.

Residenzschloss Ludwigsburg, Alter Hauptbau

Der Spielpavillon lädt zu heiteren und kurzweiligen Stunden ein.

ALLES FÜR DAS SPIEL

Die kleinen Möbel ließen sich leicht hin- und hertragen. Ihre Tischplatten waren häufig zusammenklappbar oder abnehmbar. Tische mit Stoffbezug eigneten sich für Kartenspiele; Tische mit Holzeinlegearbeiten nutzte man für Brettspiele, etwa Schach oder Mühle. Raffinierte Schubkästchen dienten der Aufbewahrung von Würfeln, Karten oder Spielfiguren. Sie waren meist kunstvoll verziert oder aus teuren Materialien wie edlen Hölzern gefertigt ‒ und dienten auch der höfischen Repräsentation.

Le Galant dupe, handkolorierte Radierung, Cornelis Danckerts, 1701‒1725

Zwei Damen betrügen mithilfe eines Spiegels elegant beim Kartenspiel.

GESPIELT WIRD ÜBERALL

Nicht nur in seiner Residenz Ludwigsburg fröhnte Herzog Carl Eugen dem kurzweiligen Zeitvertreib: Im Lust- und Jagdschloss Solitude richtete er einen Raum mit Spieltischen ein. In das geräumige Assembléezimmer zog sich die Gesellschaft nach Empfängen im Weißen Saal oder in den Abendstunden zurück. Im Privatbesitz des Herzogs befand sich zudem ein „Schachspiel von allerhand Steinen“ aus wertvollem Porzellan und Edelstein. Die 32 Spielfiguren wurden in einem eigens gefertigten roten Lederfutteral aufbewahrt.

Residenzschloss Ludwigsburg, spielende Kinder

Kinder, als Prinzessinnen und Prinzen verkleidet, spielen im Kinderreich Karten.

BAROCKE KARTENSPIELE

Karten- und Geschicklichkeitsspiele gehörten zu den abendlichen Vergnügungen der Hofgesellschaft. „Nur keine Langeweile!“ war das Motto. Im 18. Jahrhundert waren gleich mehrere Kartenspiele in Mode wie Piquet, Mariage und Tressette. Das spanische „L’Hombre“ – ein Vorläufer des Skats – war wohl das beliebteste Kartenspiel schlechthin: „Alles, was ehemals auf monde und Bildung Anspruch machte, spielte l’Hombre, oder mußte es doch wenigstens spielen können“, verrät eine Enzyklopädie des 18. und 19. Jahrhunderts.

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Liebe. Lust. Leidenschaft.