Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands
Residenzschloss Ludwigsburg
Residenzschloss Ludwigsburg, Restaurierungsarbeiten im königlichen Appartement

Originalgetreu bis ins kleinste DetailDie Wiedereinrichtung der Königswohnungen

Das wichtigste laufende Restaurierungsprojekt der Staatlichen Schlösser und Gärten ist die Wiedereinrichtung der königlichen Wohnungen in Schloss Ludwigsburg: Insgesamt 35 Räume werden wieder in ihren originalen Zustand versetzt. Durch intensive Archivarbeiten können nun sogar die empfindlichen Textilien rekonstruiert werden.

Residenzschloss Ludwigsburg, Posament im Audienzzimmer

Königliche Stoffe zieren das Audienzzimmer.

KöNIGLICHE STOFFE

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließen König Friedrich I. von Württemberg und seine Frau Königin Charlotte Mathilde ihre Wohnräume im Neuen Hauptbau nach dem herrschenden Zeitgeschmack neu einrichten. Wertvolle Textilien – Fensterdekorationen und Möbelbezüge – gehörten dabei zu den kostbarsten und aufwendigsten Ausstattungsobjekten. Dank intensiver Archivarbeit und Recherche in den Textildepots konnten für die textile Rekonstruktion entscheidende Erkenntnisse gewonnen werden.

Residenzschloss Ludwigsburg, Ahnengalerie
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Die Ahnen- und die Bildergalerie erhalten ihre ursprüngliche Dekoration.

MIT HOECHSTEM AUFWAND

Insgesamt erhalten alle 56 Fenster in den königlichen Appartements sowie alle 60 Fenster in der Ahnen- und der Bildergalerie wieder ihre ursprünglichen Dekorationen. Die Stoffe für die Vorhänge werden dafür in einer Manufaktur nach den originalen Fragmenten nachgewebt. Die seidenen Draperien im Schlafzimmer des Königs hingegen werden „nur“ mit höchstem Aufwand gereinigt und konserviert. Dabei werden sie zur besseren Sicherung vollständig mit neuer Seide unterlegt.

 

Residenzschloss Ludwigsburg, Gemälde mit Früchtestillleben

Eines der vielen „Fruchtstücke“, die in den Inventaren erwähnt sind.

VIRTUELLE EINRICHTUNG

Für eine authentische Wiedereinrichtung der königlichen Appartements war zunächst die Einrichtung aller Räume bis ins letzte Detail rekonstruiert worden. Mit Hilfe digitaler Grundrisse wurden alle Objekte bereits virtuell an ihren zukünftigen Platz gerückt – sowohl Möbel, Kronleuchter und Kleinkunstobjekte als auch sämtliche Gemälde in den Wohnräumen und der Bildergalerie. So hingen im 19. Jahrhundert in allen Zimmern deutlich mehr Gemälde als heute – allein 40 Gemälde schmückten das Alte Schreibzimmer des Königs.

Residenzschloss Ludwigsburg, Konsoltisch mit Greiffüßen im Audienzzimmer

Unter der Staubschicht kam eine Vergoldung der Bodenplatten zum Vorschein.

UMFASSENDE ARBEITEN

Um die königlichen Räume in ihrem ursprünglichen Glanz wieder erstrahlen zu lassen, müssen im nächsten Schritt etwa 2000 Kunstobjekte konservatorisch betreut und restauriert werden. Die Maßnahmen können hierbei von scheinbar „einfachen“ Reinigungen bis zu hoch komplexen Rekonstruktionen reichen. Ein prominentes Beispiel sind zwei Konsoltische vom Hofarchitekten Nikolaus von Thouret aus dem Audienzzimmer, die extrem aufwendig von jahrhundertealten Staubschichten befreit werden müssen.

Während der Zeit der Restaurierung erlauben die beiden klassischen Schlossführungen „Herzog“ (durch das Appartement Herzog Eberhard Ludwigs sowie durch die Ordenskapelle und die Bildergalerie) und „Herzogin“ (durch das Appartement der Herzogin Johanna Elisabetha, die Schlosskirche, das Schlosstheater und die Ahnengalerie) jeweils einzigartige Einblicke.

Der Vergänglichkeit begegnen die Menschen seit Jahrhunderten mit dem Wunsch nach Schönheit und Ewigkeit. Schlösser, Burgen und Klöster sind bis heute ein glänzendes Vermächtnis für die Zukunft. Die Themenwelt „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ wirft einen Blick auf diese spannenden Themen.

Unendlich schön