Eines der grössten Barockschlösser Deutschlands

Residenzschloss Ludwigsburg

Das königliche Wappen; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Eva Kobelt
Land und Prestige gewonnen

Württemberg wird

Königreich

Herzog Friedrich II. von Württemberg konnte sich im Zweiten Koalitionskrieg nicht gegen Napoleon Bonaparte behaupten. Nach seiner Niederlage verbündete er sich mit dem französischen Kaiser und trat dem Rheinbund bei. Friedrich konnte nicht nur sein Herrschaftsgebiet vergrößern, sondern erlangte auch die Königswürde.

Goldener Adler in Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Friedrich II. war Mitglied des Adlerordens.

Gescheiterte Koalitionen

Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution schlossen sich andere europäische Monarchien zu Koalitionen gegen die republikanischen Entwicklungen in Frankreich zusammen. 1799 bildete Württemberg mit Österreich eine Koalition gegen Napoleon Bonaparte, unterlag diesem aber schon 1800. Die Franzosen besetzten Württemberg und Herzog Friedrich II. musste sich Napoleon geschlagen geben. Im Frieden von Lunéville arrangierte er sich erstmals mit Frankreich.

Napoleon Bonaparte in Ludwigsburg, Gemälde von Louis Etienne Watelet, 1811; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Napoleon Bonaparte wird am 2. Oktober 1805 in Ludwigsburg empfangen.

Beträchtliche Landgewinne

Friedrich II. forderte von Napoleon einen Ausgleich für seine verlorenen Gebiete. Der Pariser Vertrag sicherte den Bestand Württembergs und erweiterte das Herrschaftsgebiet. Zusätzlich wurde Württemberg zu einem Kurfürstentum erhoben. Die zahlreichen kleinen Herrschaften fasste der neue württembergische Kurfürst 1803 als Sonderstaat „Neuwürttemberg“ zusammen und regierte ihn absolutistisch – ohne Ständevertretung und ohne Verfassung. Mit diesem Ergebnis machte Friedrich II. keine Verluste, sondern einen Gewinn: 388 km² linksrheinisch verlorenes Gebiet wurde mit 1.609 km² rechtsrheinischem Gebiet aufgewogen.

Zwei gegensätzliche Partner

Von einem weiteren Bündnis mit Napoleon war Friedrich II. zunächst nur schwer zu überzeugen. Erst nach einem persönlichen Besuch des französischen Kaisers in Schloss Ludwigsburg trat er dem sogenannten Rheinbund bei. Das war ein Zusammenschluss deutscher Staaten, gebildet auf Initiative Napoleons. Im Wesentlichen blieb der Rheinbund ein Militärbündnis deutscher Staaten mit Frankreich. Übrigens: Einer Anekdote nach soll bei diesem Treffen in Ludwigsburg Napoleon zum 2,11 Meter großen und ca. 200 kg schweren Friedrich aufgeblickt und gesagt haben: „Ich wusste gar nicht, dass sich die Haut überhaupt so weit ausdehnen kann!“ Darauf soll Friedrich entgegnet haben: „Und ich bin erstaunt, dass in einem so kleinen Kopf so viel Gift stecken kann!“

Treffen des Rheinbundes; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Napoleon mit Mitgliedern des Rheinbundes: König Friedrich ist der 4. von links und Familienmitgliedern auf der rechten Seite.

Audienzzimmer des Königs; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Das Audienzzimmer des Königs ist mit Thron ausgestattet.

Zum König gekrönt

Mit Unterzeichnung der Rheinbundakte trat Württemberg aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aus und in den Rheinbund ein. Kurfürst Friedrich II. wurde zugleich von Kaiser Napoleon Bonaparte zum König ernannt. Am 1. Januar 1806 feierte Friedrich mit einem großen Festakt die Annahme der Königswürde. Ab diesem Zeitpunkt nannte er sich König Friedrich I. Die drei liegenden Hirschstangen des württembergischen Wappens ergänzte Friedrich um drei Löwen und erinnerte so an die Staufer als bedeutende Herrscherdynastie im Südwesten.

TIPP

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Ziemlich gute Freunde